Mit einer kuriosen Wortmeldung zum Ramadan sorgt der evangelische Landesbischof von Württemberg jetzt für einiges Stirnrunzeln.

Frank Otfried July steht seiner Landeskirche bereits seit 15 Jahren vor. Nun scheint er sich allerdings weniger um das Wohlbefinden seiner eigenen Schäfchen zu sorgen als um die Muslime in seinem Einzugsgebiet. Wie die Junge Freiheit berichtet, schrieb July an einige Islam-Verbände, um sein Bedauern für erschwerte Ramadan-Umstände auszudrücken.

Düstere Predigt für Christen – Mitleid mit Muslimen

Der Bischof predigte kürzlich in seiner Osteransprache, dass die Menschen „durch Krieg, Ausgrenzung, Unterdrückung, Zulassung der Verlendung und des Hungers“ an einer „Kultur des Todes“ mitwirken würden. Auch sonst ist er für moralisierende Empfehlungen bekannt, vier Jahr zuvor bezeichnete er etwa Ostern als „Bekenntnis gegen Hass und Gewalt“ und taufte im Ostergottesdienst mehrere Asylwerber aus Syrien und dem Irak,

Nun lobte er die Moscheevereine für ihre Einhaltung von Corona-Maßnahmen. Dies zeige, „wie nah und verbunden wir untereinander und mit allen Menschen im Land sind“. Diesen Umstand sieht er sogar als Möglichkeit sich „gerade in schwerer Zeit“ anzunähern. Den Muslimen gibt er die Idee mit, dass sie ihr traditionelles Fastenbrechen über Video-Chat feiern könnten. Er beklagte die „extremen Bedingungen“, welche Moslems durchmachten.

Auch Bluttat von Hanau thematisiert

Aber dem nicht genug: Denn er nutzte seine Zuschrift auch, um an den Amoklauf von Hanau zu erinnern – dort erschoss ein mutmaßlich Irrer neun Menschen in Shisha-Bars und richtete zuhaus zuerst seine Mutter, dann sich selbst. July kommentierte dies wie folgt: „Noch nie gab es in Deutschland so viele moslemische Tote nach einem Attentat an einem Tag.“ Übrigens: Ähnliche Anteilnahmen bei islamistischen Anschlägen wie etwa am Berliner Breitscheidplatz sind von July nicht bekannt.

Alle Gotteshäuser bleiben weiter geschlossen

Das Schreiben an Muslime kommt zu keinem zufälligen Zeitpunkt – denn schon an diesem Donnerstag beginnt der Fastenmonat Ramadan und dauert bis zum 23. Mai. Nachdem es mehrere Vorfälle gab, bei denen Muslime bei öffentlichen Muezzin-Rufen zum Freitagsgebet die Corona-Maßnahmen missachteten, befürchten viele ein veritables Chaos im generell für seine familiären Zusammenkunften bekannten Monat.

Auch die Bundesregierung ist laut einem Bild-Bericht diesbezüglich besorgt. Denn anders als bei Christen und Juden gäbe es bei Muslimen keine zentralen Ansprechpartner, welche sich für eine konsequente Einhaltung der Vorschriften verbindlich einsetzen könnten. Um keine Ungleichbehandlung einkehren zu lassen, bleiben daher auch Kirchen und Synagogen weiter zu…