Die Kroaten haben „rechts“ gewählt. Am Sonntag machten die Wähler das konservative Bündnis von Ministerpräsident Andrej Plenkovic und seine „Kroatische Demokratische Gemeinschaft/HDZ“ zum klaren Wahlsieger und straften die „Restart-Koalition“ der Sozialisten ab. Auf Platz drei landete die rechts-nationalistische „Heimatbewegung“. 

Von Kornelia Kirchweger

Sozialisten abgestraft

Mit 61 von 151 Mandaten hat das konservative Lager in Kroatien einen klaren Sieg errungen und schlug die Sozialisten – verglichen mit der letzten Wahl von 2016 – diesmal um Längen. Erreichte das Linksbündnis vor 4 Jahren noch 56 Mandate, sackte es nun auf 44 Mandate ab. Das links-grüne Bündnis „Mozemo“ (Wir können) und die Anti-Establishment-Partei erreichten jeweils acht Mandate und kommen ins Parlament.

Heimatbewegung gut im Rennen

Auch die rechte „Heimatbewegung“ von Miroslow Skoro lag in der Wählergunst vorne und erreichte 16 Mandate. Sie wird wohl bei der Regierungsbildung ein Wörtchen mitzureden haben. Das rechte Lager geht jedenfalls gestärkt aus dieser Wahl hervor – sie hat deutlich über die Hälfte aller Mandate. Der Wahlspruch von Ministerpräsident Plenkovic war „sicheres Kroatien“. Er hat zudem mit seinem umsichtigen Corona-Management gepunktet.

Flügelkämpfe

Die HDZ ist traditionell rechts und national orientiert. Sie wurde 1989 im ehemaligen Jugoslawien gegründet. In der Sezessionszeit der 90er Jahre, verfolgte die Partei unter Franko Tudjamn – Kroatiens erstem Präsidenten – einen nationalistischen und rechtspopulistischen Kurs. Später rückte sie mehr in die Mitte und gab sich einen christlich-sozialen Touch. Unter Tomislav Karamarko war die HDZ wieder mehr nationalistisch unterwegs. Plenkovic brachte sie wieder in die politische Mitte, was zu Flügelkämpfen innerhalb der HDZ führte. Einige Mitglieder wechselten schließlich zu weiter rechts stehenden Parteien.