Sterbehilfe

Mittlerweile befindet sich Österreich im zweiten, scharfen Lockdown. Argumentiert wird dieser oftmals mit dem Schutz der Alten und Schwachen. Doch das schrittweise Zusammenbrechen der Wirtschaft, die Einschränkung der Freiheit und das Einfrieren sozialer Beziehungen hilft den Alten nicht. Mehr als die Hälfte der Corona-Toten stirbt in Alten- und Pflegeheimen.

In Oberösterreich sind 82% jener, die in den Statistiken als Corona-Tote geführt werden in Alters- und Pflegeheimen verstorben. Das waren allein im Zeitraum vom 1. Oktober bis 12. November 62 von den gesamt 76 oberösterreichischen Corona-Toten. Mittlerweile hat das Land ein Besuchsverbot verhängt. Doch österreichweit hält der Trend des Sterbens in den Pflegeheimen an. Die Opposition bemängelt: Die Bundesregierung hat niemals eine Strategie zum Schutz der Risikogruppen vorgelegt.

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Oberösterreich: Hatte Soziallandesrätin einen Plan?

Der oberösterreichische FPÖ-Klubobmann Herwig Mahr zeigte sich besonders besorgt über die Entwicklung der Situation in Oberösterreichs Alten- und Pflegeheimen und sieht die Verantwortung bei der SPÖ-Soziallandesrätin Gerstorfer: „Offenbar waren die bisherigen Maßnahmen erfolglos. Die Frage ist, ob es bisher überhaupt angepasste Konzepte für Alten- und Pflegeheime durch Landesrätin Gerstorfer gegeben hat oder ob man sich hier auf die einzelnen Träger verlassen hat, ohne selbst tätig zu werden.“

2,5% des Pflegepersonals infiziert

Wie eine parlamentarische Anfrage der NEOS zutage förderte,
sind alleine in Oberösterreich in 105 Heimen, 475 Mitarbeiterinnen sowie 552 Bewohner positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Auch im Burgenland und der Steiermark ist die Lage angespannt. In der Steiermark gibt es in jedem vierten Seniorenheim Covid-19-Erkrankte und in jedem dritten infiziertes Personal. Das sind 3,7 Prozent aller steirischen Heimbewohner und 2,5 Prozent des Pflegepersonals.

Altenpfleger arbeiten trotz Quarantäne-Bescheid

Dass das Virus nicht aus den Altenheimen ferngehalten werden kann, verwundert wohl nur die wenigsten. Immerhin gibt es seitens der Regierung bisweilen keinerlei Strategie zum Schutz der Risikogruppen. Auch der Mangel an Pflegekräften schlägt sich in der Krise nieder. So müssen Altenpfleger auch, wenn sie sich aufgrund eines nachgewiesenen Kontakts mit angeblichen Corona-Infizierten, in Quarantäne befinden weiterarbeiten.

FPÖ: Schutz der Risikogruppen „konsequent ignoriert“

Die Regierung habe überhaupt keine Vorkehrungen getroffen, kritisiert die freiheitliche Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch: „Seit Monaten redet Kurz bereits von der 2. Welle, die Regierung hat aber im Gesundheitswesen keinerlei Vorkehrungen getroffen – weder personell noch in der Infrastruktur. Die gesundheitspolitische Mobilmachung haben ÖVP und Grüne verschlafen, da gab es keinen bundesweiten Masterplan. Und der Schutz der vulnerablen Gruppen wurde offenbar konsequent ignoriert, sonst hätten wir jetzt nicht in den Alten- und Pflegeheimen explosionsartig steigende Zahlen an Infizierten.“

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