Der Brandanschlag auf ein türkisches Vereinslokal in Wels vom Montag konnte aufgeklärt werden. Die Polizei nahm zwei Kurden fest. Einer von ihnen ist ein 16-Jähriger Bäckerlehrling in Wels, der andere ein 21-jähriger Staatenloser.

Einer der beiden Kurden war bereits geständig. Die beiden planten die Attacke, bei der ein Molotowcocktail in das Gebäude des türkisch-nationalistischen Vereins „Avrasya“ geworfen wurde, offenbar spontan.

Podgorschek: Sicherheit der Oberösterreicher hat Vorrang

Türkische Fahnen am Vereinsgebäude waren offenbar der Anlass. Angesichts der zunehmenden Konflikte zwischen Kurden und Türken in Oberösterreich schlägt die schwarz-blaue Landesregierung jetzt Alarm.

Landeshauptmann Josef Pühringer und Landeshauptmann-Stellvertreter Thomas Stelzer (beide ÖVP) warnen eindringlich: „In Oberösterreich haben weder die türkische Innenpolitik und schon gar keine innertürkischen Stellvertreter-Konflikte Platz. Wir erwarten uns eine klare Distanzierung der türkischen und kurdischen Community von den jüngsten Ereignissen in Oberösterreich.“

Pühringer will Dialog

Sicherheits-Landesrat Elmar Podgorschek erklärt: „Oberösterreich ist mehr denn je von innertürkischen Konflikten betroffen.“ Er betont: „Die Sicherheit unserer Bevölkerung darf durch diese importierten Konflikte nicht gefährdet werden.“ Oberösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner (beide FPÖ) unterstreicht: „Ungehinderter Zuzug nach Österreich und eine gescheiterte Integrationspolitik, führen dazu, dass Menschen ihre Konflikte nach Österreich mitbringen und hier austragen.“

Pühringer und Stelzer wollen nun die Obmänner der türkischen und kurdischen Gruppen zu Gesprächen einladen. „Wir müssen jetzt gemeinsam eine Deeskalationsstrategie entwickeln, um weitere Vorfälle zu verhindern“, erklärten beide. Dabei würden sie eng mit dem Landesamt für Verfassungsschutz und der Landespolizeidirektion zusammenarbeiten.