Der regierungskritische Demo-Organisator Martin Rutter ist schon seit längerem für seine Protest-Aufrufe gegen die Corona-Politik bekannt. Auch für den kommenden Samstag hat er sich wieder etwas überlegt. Doch dieses Mal soll nicht – wie zuvor kolportiert – eine Großdemonstration stattfinden. Rutter ruft stattdessen zum „zivilen Ungehorsam“ gegen den Lockdown auf. Im Wiener Schweizergarten sollen die Österreicher mit ihren Familien den schönen Frühlingstag (es sollen bis zu 20 Grad werden) mit Picknick und Musik feiern.

Frühling in Wiener Park

Um 14 Uhr wollen sich die Gegner der Corona-Politik beim Schweizer Garten in der Nähe des Wiener Hauptbahnhofs treffen. „Wir möchten die alte Freiheit anstatt der neuen Diktatur-Normalität!“, erklärt Rutter. Er rechnet mit tausenden von Menschen, die bei einem Picknick im Park im Sinne des zivilen Ungehorsams auf den verschärften Ost-Lockdown pfeifen.

Der Schweizer Garten in Wien:

„Schluss mit der emotionalen Erpressung“

Bei den vergangenen Großdemonstrationen wurde Rutter mehrmals noch vor Beginn des Protests festgenommen. Dieses Mal setzt er auf das Konzept des zivilen Ungehorsams. Eine Demonstration mit Rednern und Bühne werde es nicht geben, so Rutter.

Deswegen ruft Martin Rutter zum zivilen Ungehorsam auf: „Jeder der kann, nimmt zum Musikhören bitte Bluethooth-Boxen mit und ein paar Getränke! Für Kinder sind Spielzeuge auch perfekt an diesem wunderschönen Tag bei ca. 20 Grad!“ Er fordert: „Wir möchten die ‚alte Freiheit‘ anstatt der ‚“neuen (Diktatur) Normalität‘. Schluss mit der Wirtschaftszerstörung! Schluss mit dem Einsperren! Schluss mit der emotionalen Erpressung, die unserer Gesellschaft massiv schadet!“ Kinderschminke und rot-weiß-rote Luftballons sollen den Protest bunt und lebensfroh gestalten, die Familien sollen sich nach Rutters Plan wie zu früheren Zeiten im Park vergnügen. Martin Rutters Absicht sei es, die „Mauer der Unterdrückung“ zu durchbrechen.

Picknicks des zivilen Ungehorsams nicht neu

Die Idee von Picknicks im Sinne eines zivilen Ungehorsams ist nicht gänzlich neu. Am 19. August 1989 stürmten hunderte DDR-Bürger im Zuge des „Paneuropäischen Picknicks“ am Eisernen Vorhang bei Sopron (ehem. Ödenburg) über die Grenze in die Freiheit nach Österreich. Aufgerufen hatten dazu Otto von Habsburg und der ungarische Staatsminister Imre Pozsgay. Jetzt, zu Zeiten der restriktiven Corona-Maßnahmen, mehren sich derartige Initiativen wieder in Europa. Auch in Sachsen veranstaltete eine Initiative aus kritischen Bürgern im vergangenen Jahr Grenz-Picknicks, um sich der Abschottung von den Nachbarländern zu widersetzen. Die Facebookgruppe, in der regelmäßig zu den Picknicks geladen wurde, umfasste 1.500 Mitglieder.

Rückblick – Die Großkundgebung gegen die Corona-Politik am 6. März hatte Volksfest-Charakter:

Trotz frischer Temperaturen verweilten die Regierungskritiker Stunden bei Musik im Wiener Prater:

 

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