Nachdem die Balkanroute an einigen Stellen geschlossen wurde, haben Asyl-Schlepper jetzt offenbar einen neuen Geschäftszweig für sich entdeckt. Sie bieten komfortable Mittelmeer-Überfahrten auf Yachten, Schnellboot oder Jetskis für wohlhabende Migranten an.

Das Ziel: die illegale Einreise nach Europa und der mit Sozialhilfe verbundene Asylstatus.

Bis zu 6.000 Euro pro Person

Der Trend habe sich seit der sogenannten Schließung der Westbalkanroute im Frühling 2016 entwickelt, teilte Europol dem Magazin „EUobserver“ mit.

Zuletzt seien 160 Überfahrten per Segelyacht von der Türkei nach Italien festgestellt worden. Der Preis für die Luxus-Reise liege demnach bei bis zu 6.000 Euro pro Person. Kinder zahlen die Hälfte.

Die meisten Yachten würden dabei von der südlichen Küste der Türkei aus in See stechen. Aber auch der Seeweg von Tunesien nach Italien erfreut sich unter finanzkräftigen Migranten offenbar wieder wachsender Beliebtheit.

Afghanen, Pakistani, Syrer

Die meisten der wohlhabenden Asylwerber, die diesen „Shuttle-Service“ zum Asylantrag nutzen, kommen laut Europol überwiegend aus Afghanistan, Pakistan, Syrien, dem Iran und dem Irak.

Die Migranten würden dabei zumeist im südlichen Italien an Land gehen – insbesondere in Apulien, Kalabrien oder in der Provinz Syrakus auf Italien.

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International organisierte Kriminalität

„Wir haben es hier mit international organisierten, kriminellen Netzwerken zu tun, die ihren Sitz in der Türkei haben“, betont Europol. Die Kapitäne würden zumeist in der Ukraine oder aber in Georgien, Weißrussland und Russland rekrutiert werden.

Mitunter stammen die Schlepper-Kapitäne aber auch aus Syrien, Aserbaidschan oder der Türkei!

Auch „Pauschalangebote“ möglich

Unter Umständen schnüren die Schlepper für wohlhabende Kunden auch ein Paket mit Pauschalangebot. Schon im Juni hatten italienische Ermittler laut Medienberichten eine Bande von 15 Nordafrikanern ausgehoben.

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Antrag auf Asyl und Sozialhilfe

Diese hatten reiche Migranten von Nordafrika nach Sizilien gebracht. Von dort ging es – offenbar im Rahmen eines Pauschalangebots – nach Norditalien weiter.

Im Anschluss wurden die Asylwerber weiter nach Belgien, Österreich oder Deutschland gebracht. Dort konnten sie dann einen Antrag auf Asyl und Sozialhilfe stellen.