Bis zum Sommer wollen Schweden und Dänemark den digitalen Impfpass einführen. Dieser soll Reisen erleichtern und die Rückkehr zur Normalität beschleunigen. Zudem soll auch auf EU-Ebene ein einheitlicher Impfpass vorangetrieben werden.

Bis zum Sommer soll der digitale Impfpass in Schweden einsatzbereit sein und die Infrastruktur dafür bis zum 1. Juni stehen, teilte die schwedische Regierung mit. Mit der Planung für einen digitalen Impfnachweis habe man begonnen, da solche künftig von einigen Ländern bei der Einreise oder für den Besuch von Kultur- oder Sportveranstaltungen verlangt werden könnten. So soll will wohl auch das nördlich Land in Zukunft nur noch Reisende, die eine Corona-impfung nachweisen können ins Land lassen. Außerdem soll die schwedische Gesundheitsbehörde auch mit der WHO für den Aufbau digitaler Coronaimpfnachweise enger zusammenarbeiten. Neben Schweden hat auch Dänemark eine Einführung eines digitalen Impfpasses für den Nachweis von Corona-Impfungen angekündigt.

Digitaler Impfpass kommt in Mode

Auf EU-Ebene will sich Schweden auch für die gemeinsame Einführung eines Impfnachweises einsetzen, denn Urlaubsländer wie Griechenland, Zypern und Spanien fordern bereits seit längerem einen EU-Impfpass, der Reisen ohne Einschränkungen für Geimpfte ermöglichen soll. Inzwischen hat Griechenland bereits mit Israel vereinbart, dass Geimpfte Personen ohne Auflagen zwischen den Ländern reisen dürfen, mit Großbritannien soll eine ähnliche Vereinbarung bereits in Arbeit sein. Auch in Österreich wurde die Einführung des elektronischen Impfpasses beschleunigt und auf Ende Dezember des vergangenen Jahres vorgezogen.

Statt staatlichen Zwanges privatrechtlicher Druck?

Ob dies allerdings rechtlich möglich ist, steht noch nicht fest. Der deutsche Ethikrat sprach sich erst Anfang Februar gegen Sonderrechte für Geimpfte aus, solange nicht klar sei, ob diese das Virus weitergeben, weshalb sie in Deutschland auch weiterhin Masken tragen und Abstand halten müssen. Unklar ist jedoch, wie sich privatrechtliche Vorteile für Geimpfte auswirken. So betonte auch der deutsche Ethikrat, dass aufgrund der Vertragsfreiheit private Anbieter durchaus Nachweise über Impfungen verlangen können. Zwar hatte der Europarat erst kürzlich in einer Entschließung festgestellt, dass eine Corona-Impfpflicht rechtswidrig sei und ebenso einer Benachteiligung von Personen, die sich nicht impfen lassen wollen, aber was wirklich umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Zumal sich Klagen gegen einen Impfzwang durch die Hintertüre hinziehen können.