In Oberösterreich läuft jetzt die „Aktion scharf“ gegen illegale Spielautomaten. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Oberösterreich ist Rekordhalter bei beschlagnahmten Geräten.

Illegal ist nicht egal

Immer mehr Menschen versuchen sich an den Glücksspielautomaten. Doch neben den drei Unternehmen in Oberösterreich, die legal solche Geräte betreiben dürfen – Admiral Casinos & Entertainment AG, Excellent Entertainment AG und PA Entertainment & Automaten AG – steigt auch die Zahl der illegalen Betreiber.

Diese Automaten sind oft manipuliert, verfügen über keine Höchsteinsatzgrenze oder zahlen den Gewinn nicht aus. Manche davon sind zudem so programmiert, dass auf eine kurze „Glückssträhne“ eine Serie von Verlusten folgt. Da die Automaten nicht gemeldet sind, entsteht durch die damit verbundene Steuerhinterziehung zudem ein Schaden für den Staat.

608 Automaten wurden heuer bereits in Oberösterreich eingezogen. Mehr als dreieinhalb Mal soviel wie in Wien, dem zweitplatzierten Bundesland. Österreichweit wurden bis Ende Mai 1.303 Glücksspielgeräte beschlagnahmt. Ein großer Erfolg für die „Aktion scharf“ der Bezirkshauptmannschaften in Zusammenarbeit mit Polizei und Finanzpolizei.

Vom Nervenkitzel zur Spielsucht

Spielen ist dabei oft nicht mehr nur Spaß, sondern wird zu einer Sucht. Der Euphorie-Schub bei Gewinnen führt oft zum Einsatz immer größerer Summen und zur Steigerung der Spielhäufigkeit. Wer regelmäßig und mit Vorfreude ans Spielen denkt, wer besonders siegessicher ist, wer um immer größere Beträge spielt, ist auf dem Weg in ein Suchtproblem.

In vielen Fällen führt Spielsucht zur Vernachlässigung von Familie und Arbeit, zu Schulden und psychischen Problemen. Besonders betroffen sind junge Männer zwischen 18 und 35 Jahren, Arbeitssuchende und Geringverdiener. Auch eine familiäre Veranlagung steigert die Wahrscheinlichkeit, spielsüchtig zu werden. Wenn Geschwister oder Eltern bereits abhängig von Spielautomaten sind, ist die Wahrscheinlichkeit selbst abhängig zu werden, um 20 bis 30 mal höher als beim Bevölkerungsdurchschnitt.

Aufklärung und Bewusstseinsbildung

Umso wichtiger sei es, die bisherige Arbeit fortzusetzen, betont der oberösterreichische Sicherheitslandesrat Elmar Podgorschek. „Sämtliche eingesetzte Behörden leisten hier wirklich eine hervorragende Arbeit gegen das illegale Glücksspiel.“, lobt Podgorschek die bisherige Arbeit der letzten Monate. Da jedoch der Kampf gegen illegale Automatenbetreiber zu wenig sei, soll auch die Bevölkerung gegen das illegale Glücksspiel sensibilisiert werden.

Viele Bürger sind vermutlich schon das ein oder andere Mal mit solchen Geräten in Berührung gekommen, ohne es zu wissen. Deshalb sei es wichtig, die Kampagne fortzusetzen, um sie über die damit verbundenen Gefahren aufzuklären und sie zu schützen. „Betreiber von illegalen Glücksspielautomaten dürfen bei uns keine Chance für ihre Machenschaften haben. Illegales Glücksspiel hat in Oberösterreich nichts zu suchen und muss mit aller Härte bekämpft werden“, zeigt sich Landesrat Podgorschek entschlossen. Weitere Informationen dazu findet ihr unter www.sicherheitslandesrat.at

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