Rekordverdächtig: Rieder komponierte mehr als 1.200 Lieder
Jahn Berthold (l.) mit dem Erolgskomponisten Johannn Mathis (Foto: Jahn Berthold)

Es ist lange her, doch einige Leute werden sich gewiss noch an den Schlagersänger Jahn Berthold erinnern, der 1964 mit seinem gesungenen „Abschied von der Mutter“ alle Rekorde brach. Dieses Lied war der Renner bei allen Wunschkonzerten, 50.000 Schallplatten wurden damals auf einen Schlag verkauft.

Das hieß schon was, in einer Zeit, in der Beatles und Rolling Stones die Plätze 1 und 2 der Hitparade belegten. Den dritten Platz nahm Freddy Quinn ein und auf dem vierten Platz glänzte Berthold.
Aber wer ist der Komponist dieses erfolgreichen Ohrwurms? Es ist Johann Mathis, ein Innviertler, der in Ried zu Hause ist und der mit dem „Abschied von der Mutter“ eine Art Volkslied geschaffen hat, das vor allem bei Hochzeiten im Osten Österreichs gespielt werde, wie der bekannte Volksmusikforscher Prof. Walter Deutsch in einem seiner Volksmusikbücher schrieb.

Erfolgreich bereits in den 1960er-Jahre

Schon in der Nachkriegszeit gründete der 1938 geborene Mathis das Tanzmusiktrio Melodia, mit dem er jeden Samstag in Bars aufspielte. Damals begann er auch schon zu texten und zu komponieren. Mitte der 1960er-Jahre, nach seinem Hit für Berthold, wurde der Komponist Werner Brüggemann (†1997) auf Mathis aufmerksam und eine erfolgreiche Zusammenarbeit begann. Es entstanden Lieder für die legendären Linzer Buam („Bergkameraden“) und auch für die früheren Hitparadenstürmer Kasermandln. Fortan komponierte Mathis für viele erfolgreiche Gruppen wie Lavanttaler, Stoakogler oder auch Zillertaler Schürzenjäger, die mit seinem Lied „Ich lieb‘ die Berge meiner Heimat“ Platin schafften.

Wahnsinns Erfolg: 30 goldene Schallplatten

Das für die Kastelruther Spatzen von Mathis komponierte Lied „Die Frau von einem Musikant“ wurde eine Million Mal verkauft.  Zurzeit arbeitet der Rieder an  einem Song über den E-Mail- Wahnsinn, den die  Sulmtaler Dirndln singen werden. Bis heute sind 1.200 Lieder von Mathis erschienen, wofür er insgesamt 30 goldene Schallplatten und einige Platinschallplatten eingeheimst hat. Dabei hat Johann nie wirklich gearbeitet – wie er selber sagt – , sondern immer nur seinen Hobbies gefrönt.

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