Eine Muslimin zuckte in der Alkohol-Abteilung eines Spar-Supermarktes, im französischen Reims, jetzt zum zweiten Mal komplett aus und zertrümmerte hunderte von Flaschen mit alkoholischen Getränken. Weil ihre Religion den Alkohol-Konsum verbiete, sagte sie. Schon im September randalierte sie im selben Markt und richtete großen Sachschaden an.

von Kornelia Kirchweger

Auszucker schon im September

Polizei, Rettung und Feuerwehr rückten an. Die Frau ließ sich zwar im Ambulanzwagen verarzten, weigerte sich aber ins Polizeiauto zu steigen. Sie musst in Handschellen gelegt werden und wurde zur nächsten Polizeiwache gebracht, um ihren neuen Fall von „Vandalismus“ aufzunehmen. Mitte September wütete die 36-Jährige zum ersten Mal im selben Spar-Markt, im Viertel Croix-Rouge, in Reims.

Keiner hilft bei Sachschaden

Sie wurde festgenommen, in die Psychiatrie gebracht und nach zwei Tagen wieder entlassen.

Der Manager des Marktes, Salah Byar, ist frustriert: schon damals musste er einige Tage lang das Geschäft schließen, und jetzt wieder. „Es reicht, es ist ohnehin sehr schwierig, hier einen Laden zu führen“, sagte er. Mit solchen Problemen werde man alleine gelassen, weder die Stadtverwaltung noch sonst jemand helfe. Der Sachschaden vom September ist auch jetzt noch nicht abgedeckt.

Religiöse Zerstörungswut

Passanten vor dem Spar-Markt erzählten, wie sie das Geräusch von zerbrechendem Glas hörten und dann die Frau im Spar-Markt sahen, wie sie eine Flasche nach der anderen auf den Boden warf. Einer klopfte an die Auslage, um sie abzulenken. Sie warf die Flaschen auch gegen die Auslagenscheibe. Drei Passanten schlichen sich durch den Hintereingang in den Markt und verwickelten sie in ein Gespräch, was sie offenbar beruhigte. Sie habe dann die Flaschen fallen gelassen und sich wie ein Kind an den Markt-Manager geklammert. „Ich bin krank, ich habe ein großes Problem mit meinem Kopf“, schrie sie. „Helft mir doch“. Sie sprach über ihren spanischen Ausweis, auf dem sie verschleiert ist, und ihre Aufenthaltserlaubnis, wo sie das nicht ist, weil sie gezwungen war, ihren Schleier für das Foto zu entfernen. Deshalb habe sie jetzt Probleme. Sie habe die Flaschen zerbrochen, weil ihre Religion es verbiete, Alkohol zu trinken.