Haben Sie in den letzten Tagen davon gehört, dass ein „Chef-Spaziergänger“ der Linzer Corona-Demos unter Drogen stehend von der Polizei aufgehalten wurde? So titelte die Kronenzeitung einen widerwärtigen Kampagnenartikel. Im Gegensatz zu diesem Medium haben wir den Betroffenen befragt und erfahren eine so erstaunliche wie erschreckende Geschichte unglaublicher Repressalien. Wer der Regierung widerspricht, muss mittlerweile mit existenzgefährdender Behandlung rechnen.

Es geht um den sympathischen Koch Florian Ortner, der jedem Linzer bestens bekannt ist, der schon einmal eine Freitags-Demo besucht hat. Doch Florian ist nicht nur in Linz aktiv – er unterstützt auch andere Kundgebungen, die für ihn erreichbar sind. So war er am Sonntag bei einem Spaziergang in Rohrbach aktiv. Was dann geschah, berichtet der widerständige junge Mann ausführlich dem Wochenblick – er hat zum Sachverhalt auch ein längeres Video aufgenommen, das seit Tagen tausendfach im Internet kursiert (siehe unten).

Über 30 km observiert

Als Ortner die Veranstaltung verließ, so berichteten ihm später Freunde, wurde er von zwei Polizeibeamten in Zivil verfolgt. Er war schon während der Veranstaltung von Polizisten drangsaliert worden – was mit der Aussage geendet haben soll „Loss eahm, wir holn uns ihn nochher.“ Die Polizisten sind dem jungen Mann offenbar von Rohrbach bis Altenfelden gefolgt (immerhin 30 Kilometer). Dies gaben sie ihm bei der dort stattfindenden Anhaltung auch bekannt. Man hätte auf einen Fahrfehler gewartet, den er in Altenfelden angeblich auch begangen hätte – was er bestreitet.

Beamte wollten Corona-Maßnahmengegner bekehren

Doch nicht genug damit, man beschuldigte Ortner, unter Drogen zu stehen und forderte ihn zu einem Urintest auf. Dieser verweigerte den Test und berief sich darauf, dass zunächst ein physikalischer Fahrtauglichkeitstest durchgeführt werden müsse. Also riefen die Beamten einen Amtsarzt. In der Wartezeit auf sein Eintreffen versuchte man den oftmaligen Demonstrationsleiter davon zu überreden, seine Meinung hinsichtlich der Corona-Maßnahmen der Regierung zu überdenken.

Drogen? Der Arzt konnte oder wollte die Pupillenreaktion „nicht deuten“

Der später eingetroffene Arzt konnte auch nach längerer Untersuchung keine Fahruntauglichkeit oder sonstige Anzeichen auf Drogen feststellen und diagnostizierte letztendlich, dass er die Pupillenreaktion Ortners nicht zuordnen könne. Der junge Mann, der zunächst eine Urinabgabe und eine Blutprobe verweigerte, telefonierte inzwischen mit seinem Anwalt. Als er letztendlich, um seine Unschuld zu beweisen, einer Urinprobe zustimmte, erklärten ihm die Beamten, das wäre nun zu spät, die Amtshandlung wäre bereits beendet. Auf dieser Basis wurde ihm der Führerschein abgenommen. Ortner plant nun, ebenso auf Anraten seines Anwalts, mit einem ärztlichen Drogentest seine Unschuld zu beweisen.

Über ein Dutzend ähnlicher Fälle

Nun könnte man vielleicht meinen, dass hier Aussage gegen Aussage steht – doch es handelt sich um keinen Einzelfall. Bei einem weiteren Spaziergang in Rohrbach hätte Markus S., Geschäftstreibender aus Linz, exakt dieselbe Erfahrung machen müssen. Zwei Polizisten hätten ihn mit dem Fahrzeug über eine längere Strecke verfolgt, Drogenmissbrauch unterstellt und offenbar denselben Amtsarzt gerufen. Mittlerweile haben sich mehrere Personen mit derselben Geschichte bei Ortner gemeldet. Angeblich gäbe es in der Region einen Polizisten, der aufgrund behaupteter Fahrfehler schon rund 15 Personen den Führerschein abnehmen ließ.

Journalistische Sorgfalt ignoriert

Die Kronenzeitung hat, entgegen der Gepflogenheiten des Ehrenkodex der österreichischen Presse, nie beim Betroffenen nachgefragt. Es ist dieser Kodex, nach dem der Privatverein „Presserat“ seine von Kritikern als tendenziös bezeichneten Urteile fällt. Stattdessen stellte man Ortner als Drogenlenker hin: „Im Drogenrausch hinterm Steuer wurde ein 37-Jähriger auf der B 127 bei Altenfelden erwischt.“ steht bereits in der Einleitung. Dass der gesamte Drogenbefund zur Zeit auf einer „nicht deutbaren Pupillenreaktion“ beruht, interessierte den Krone Redakteur offensichtlich nicht, wichtiger war es wohl, das Narrativ der Regierung zu erfüllen. Noch an zwei weiteren Stellen wurden von der Krone „Beeinträchtigungssymptome“ behauptet und damit ein Ziel erreicht: Der Schaden für den Betroffenen aber auch für alle friedlich gegen Corona-Maßnahmen Demonstrierende ist angerichtet.

Wenn Journalismus sich gegen das Volk wendet

Der Artikel in der Kronenzeitung ist übrigens nicht namentlich gekennzeichnet. Aber ein gewisser Herr G. soll dort nach einer Anfrage des Wochenblick sehr nervös geworden sein. Denn wir haben selbstverständlich nicht nur bei Herrn Ortner nachgefragt sondern auch die Krone gebeten, zu bestätigen, ob sie versucht hat ihn zu kontaktieren oder eben nicht. Keine Antwort ist in diesem Fall auch eine Antwort. Es gab lange Jahrzehnte, wo die Bevölkerung die Kronenzeitung dafür schätzte, Skandale aufzudecken und das Ohr ganz nahe an den Bedürfnissen und Sorgen der Menschen zu haben. Dass sich die Krone nun immer häufiger und immer mehr gegen die Menschen wendet und in diesem Fall nicht einmal Grundlagen des Journalismus wie den Check und Re-Check einhält, wirft kein gutes Licht auf den Berufsstand.

Rechtliches Nachspiel angekündigt

Florian Ortner möchte nun gegen die Beteiligten eine Anzeige wegen Amtsmissbrauch einreichen. Ob er auch gegen die Sudelkampagne in der Kronenzeitung vorgehen kann ist momentan noch ungewiss.