Der gelernte Österreicher ist’s eh schon gewöhnt: Regeln, die normale Menschen einhalten müssen, gelten für besondere Menschen nicht. Darunter versteht man wahlweise die Mächtigen – oder jene, welche dem erwünschten Zeitgeist das Wort reden.

Kommentar von Alfons Kluibenschädl

Ihr könnt euch sicherlich noch erinnern, mit welcher moralinsauren Keule der Mainstream auf Personen eindrosch, die gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung protestiert. Alles Spinner, Verschwörungstheoretiker, Rechtsextreme und überhaupt Lebensgefährder, welche die Volksgesundheit mit ihrem sinnlosen Beharren auf Bürgerrechte schädigen. Wer dachte, dass solche Maßstäbe für alle gelten, der wurde eines Besseren belehrt.

Kein Babyelefant am Platz der Menschenrechte

Dass es sich „die da oben“ richten, wie sie es brauchen, wissen wir nicht erst seit dem Kanzlerbad in der Menge im Kleinwalsertal. Und, dass der Präsident auf die Sperrstunde pfeift und man es dem etwas zerstreuten, greisen Dampfplauderer verzeiht, ist auch keine Neuigkeit. Aber seit gestern ist die letzte Maske gefallen: Wenn es darum geht, dass die Linken für ihre Ersatz-Entrechteten auf die Straße gehen, haben Regeln auch Pause. Die Baby-Elefanten bleiben im Stall, die Gesichtsmasken vielfach auch.

Dicht an dicht gedrängt stehen also 50.000 Menschen bei „Black Lives Matter“-Protesten am Platz der Menschenrechte in Wien. Dieser ist kein Heldenplatz und für solche Massen nicht ausgerichtet. Aber jene Medien, die aus einem Vier-Personen-Umtrunk eines FPÖ-Politikers einst eine „Coronaparty“ machten, mahnen nicht, sondern jubeln. Und die Polizei, die soeben noch 500 Euro Strafe für Klimmzüge am Spielplatz verteilte, steht daneben und schreibt die Demoparole sogar noch auf die Anzeige ihrer Einsatzfahrzeuge.

Linke Leichenfledderei hat neue Hochkonjunktur

Da sind sie also, die Menschen, die gegen einen angeblichen strukturellen Rassismus ihre Stimme erheben wollen. Angepeitscht von jener SPÖ-Politikerin, die zuerst als schwarzes Feigenblatt zur Parteiprominenz in Wien erhoben wurde, um nur zwei Jahre später von den eigenen Leuten wieder ausgebootet zu werden. Und das Ganze vor dem Denkmal für Marcus Omufuma, einem vor sage und schreibe 21 Jahren bei seiner Abschiebung verstorbenen Nigerianer.

Dieser darf sich in üblicher linken Leichenfledderei nun seinen Kultstatus der Nullerjahre neben George Floyd wieder zurückholen. Er soll als Symbol dienen, dass auch Österreich ein Hort des institutionellen Rassismus sei. Seit dem traurigen Vorfall lernten zwar zwei Generationen Polizisten und Wachleute, wie man Leute nach Lehrbuch am Boden fixiert, ohne eine „lagebedingte Ashpyxie“ zu riskieren. Am Donnerstag ist das aber Nebensache.

Instrumentalisierung betreiben immer die Anderen

Dort in Wien, wo autochthone Österreicher schon eine Minderheit sind und bei der Vergabe von Sozialwohnungen benachteiligt sind, protestiert man gegen vermeintlichen Rassismus und instrumentalisiert dafür zwei tote Schwarze. In einem Land, in dem man  wohlgemerkt unabhängig seiner Herkunft, werden kann, was man will – und wo die Familien von Präsident, Kanzler und Justizministerin einen Fluchthintergrund haben.

Wie groß die Deckungsgleiche mit jenen ist, die sich bei über eine „Instrumentalisierung“ beschweren, wenn ein Gedenken für ein Mädchen stattfindet, das vom eifersüchtigen syrischen Exfreund erwürgt, danach geschändet und zuletzt im Laub verscharrt wurde – darüber kann man übrigens nur spekulieren. Es dürften aber nicht wenige sein, die sich je nach Situation ihre ganz persönliche Hierarchie der Täter und Opfer basteln…

Der Zeigefinger der hohen Politik bleibt aus

Am meisten entlarvt aber das Schweigen der hohen Politik. Kein erhobener Zeigefinger des Präsidenten, des Gesundheitsministers oder des Innenministers. All jene, die kürzlich noch pathetisch jeden zum Lebensgefährder stempelten, der mit den Nachbarskindern Fußball spielte, sind verdächtig still.

Hauptsache im Wirtshaus darf man nur zu viert sitzen, die Bundesliga spielt vor leeren Tribünen. Und die Pendler im leeren Zug müssen auf unbestimmte Zeit noch eine Maske tragen. Damit wir uns alle schützen, eh wissen, die Leier spielt seit drei Monaten auf allen Bildschirmen und in allen mit Sonderförderung angefütterten Medien.

Die sprichwörtliche Maske wird fallen

Das ganze lässt also nur zwei Schlüsse zu: Entweder hat der Tod eines Mannes im 7.598 Kilometer entfernten Minneapolis über Nacht die Pandemie in Österreich beendet. Oder wir werden knallhart verarscht von einer Obrigkeit, die nicht zugeben möchte, dass ihr Lockdown vollkommen überzogen war und unnötig zigtausende Existenzen bedroht.

Spätestens in zwei Wochen wird der Wahrheitsbeweis schlagend. Entweder es gibt dann ein neues Cluster rund um die gestrigen Demogänger. Oder die Österreicher lassen sich spätestens dann nicht länger auf den Kopf scheißen und auf die Knie zwingen. Sondern werfen den verordneten Maulkorb hochkant in den nächsten Mistkübel.