In der letzten Februarwoche sorgte ein riesiger Corona-Cluster im Pflege- und Betreuungszentrum Hollabrunn für Aufsehen. Todesfälle sind zu verzeichnen. Auch in Litschau, Bezirk Gmünd, kam es zu einem Corona-Ausbruch. In beiden Heimen hatte ein Großteil der Bewohner bereits zumindest die erste Teilimpfung erhalten.

Von Maria Adler

Laut damaligen Berichten waren im Pflegeheim in Hollabrunn von den insgesamt 104 Bewohnern 57 mit Corona infiziert. Ebenso wurden 13 der 105 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. Es habe auch die britische Virusmutation Einzug gehalten und konnte bei einigen Bewohnern nachgewiesen werden, wobei keine anderen Verläufe zu bemerken waren. Die Verläufe seien sehr unterschiedlich gewesen, sie reichten von symptomlos bis zu Erkrankungen mit schweren Verläufen, auch Todesfällen.

Nur Impfstoff von BioNTech/Pfizer im Einsatz

Mit 19. Jänner hätten in Hollabrunn 64 Prozent der Bewohner die erste Teilimpfung erhalten, die zweite Teilimpfung war zum Zeitpunkt des Clusters in Planung. Damals wurde in Österreich nur der Impfstoff von BioNTech/Pfizer eingesetzt, diesen haben sowohl die Bewohner als auch die Mitarbeiter erhalten. Wie viele der Infizierten geimpft waren, konnte nicht eruiert werden.

Infektionsketten unklar

Ein kleinerer Corona-Cluster war auch im Pflegeheim Litschau, Bezirk Gmünd, zu verzeichnen. Bei 17 Bewohnern und 5 Mitarbeitern wurde eine Coronavirus-Infektion nachgewiesen. Bis auf 3 der infizierten Bewohner, waren bereits alle Bewohner geimpft. Zu den Infektionsketten äußerte man seitens der Heime nur Vermutungen. Es könne durch Arzt- und Spitalsbesuche zu Ansteckungen gekommen sein, da die Heimbewohner ja nicht gänzlich von der Außenwelt abgeschottet waren.

Mehr als die Hälfte der Bewohner betroffen

Auf unsere Anfrage zu den Verläufen und der aktuellen Lage im Pflegeheim Hollabrunn, teilte Doris Slama von der LGA (Landesgesundheitsagentur) in einer schriftlichen Stellungnahme mit, dass am Höhepunkt des Clusters 57 der insgesamt 104 Bewohner und 14 der 90 Mitarbeiter infiziert waren. Im Zeitraum des Clusters verstarben 10 Bewohner, von diesen hatten drei die erste Teilimpfung erhalten. Aktuell sind 70 der Bewohner geimpft. Die erkrankten Bewohner haben sich gut erholt, manche von ihnen seien noch geschwächt. Ihr Gesundheitszustand verbessere sich aber von Tag zu Tag.