Im Schatten der Corona-Krise bereiten sich Mittelmeer-NGOs bereits darauf vor, mit noch größeren Schiffen noch mehr Migranten nach Europa zu holen. Diesen Schluss lässt zumindest der Umstand zu, dass eine in der sogenannten „Seenotrettung“ tätige italienische Organisation sich derzeit in Bremen ein Riesen-Schiff herrichten lässt. 

Wie die Junge Freiheit unter Berufung auf die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ berichtet, soll die „Mare Jonio 2“ nicht weniger als eintausend Einwanderer beherbergen können. Sobald es in See sticht, wird es das größte private Migrantenschiff sein, das jemals im Mittelmeer am Weg war. Auch bei der Ausstattung geizte man nicht: Es soll Drohnen, Nachtsichtgeräte und Heißluftballone an Bord mitführen.

Für Migranten-Anlauf im Frühjahr vorbereitet

Verantwortlich dafür ist eine NGO namens „Mediterranea Saving Humans“. Diese charterte für den Einsatz ein norwegisches Schiff, das bislang schwimmende Plattformen von A nach B transportierte. Bis April soll es in einer Bremer Werft einsatzbereit gemacht werden. Anschließend folgt die Reise vor die libysche Küste.

Dort halten sich sogenannte „Seenotretter“ nur wenige Kilometer vor Nordafrika auf, um Migranten aufzusammeln, die auf oftmals seeuntauglichen Schlauchbooten und Kähnen von Schleppern auf den Weg geschickt werden. In den Frühjahrsmonaten gab es in den vergangenen Jahren zumeist einen scharfen Anstieg von Migranten-Abfahrten.

NGO-Tätigkeit kurbelt laut Kritikern Überfahrten an

Kritiker der umstrittenen Mittelmeer-Missionen monieren bereits seit Jahren, dass die Anwesenheit der vermeintlichen Seenotretter die Anzahl der gefährlichen Überfahrtsversuche sogar noch ankurbeln würde. Während Mainstream-Medien immer wieder behaupten, dass es dafür keine Belege gäbe, straft sie die Statistik Lügen. Auch Lega-Chef Matteo Salvini argumentierte so und erließ einst scharfe Migrationsgesetze.

Nach der Einführung selbiger durch den damaligen italienischen Innenminister ließen die Überfahrten zeitweise empfindlich nach. Die neue Mitte-Links-Regierung setzte dessen Dekrete allerdings inzwischen außer Kraft. Prompt nahmen auch die Ankünfte in Italien wieder zu, teilweise erreichten mehrere Boote an einem Tag die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa.

Üppige Ausstattung für riesiges Migrantenschiff

Durch die Arbeiten der Bremer Werft erhöht sich die Zulassung des Schiffes von einer bisherigen Kapazität von 700 Personen auf offiziell 1.000 Leute nach oben. Ob sich die Asyl-NGOs an diese Beschränkung halten werden, steht noch in den Sternen. Was allerdings bereits klar ist: Das neue Migranten-Schiff spielt alle Stücke.

Alleine sein Hauptdeck soll stolze 540 Quadratmeter groß sein. Dort werden sich fünf Container befinden mit Liegeplätzen, Küchen und Toiletten, um den Migranten auch allen nötigen Komfort bieten zu können. Eine Erste-Hilfe-Station mit zwölf Betten soll sich um allfällige Verletzte und Kranke kümmern. Zwei Schlauchboote sollen alleine für die Aufnahme von Migranten mitgeführt werden.

Derzeit nur ein Schiff im Mittelmeer

Es ist nicht das einzige derartige Schiff, das sich derzeit für einen Einsatz bereit macht. Die Organisation „United4Rescue“, in der sich auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) engagiert, kaufte erst kürzlich ein ehemaliges Versorgungsschiff. Dieses soll nun für die Aufnahme von Migranten im Mittelmeer umgebaut werden und der einschlägigen NGO Sea-Eye zur Verfügung gestellt werden.

In den Wintermonaten probieren nur vergleichsweise wenige Migranten ihr Glück. Derzeit ist mit dem spanischen Schiff „Open Arms“ auch nur ein einziges NGO-Schiff im Mittelmeer unterwegs. Ob die geringeren Überfahrten eine kleinere Präsenz bedingen oder die mangelnde Anwesenheit für weniger Überfahrten sucht, ist dann einmal mehr wie die Frage nach der Henne und dem Ei.