Dass die Grünen das Kultur-Thema besonders stark für sich beanspruchen, kommt ihnen jetzt in puncto interne Harmonie teuer zu stehen.

Die Debatte angestoßen hatte ein Wut-Video des linksgerichteten Kabarettisten Lukas Resetarits, der sich über die Kulturpolitik von Staatssekretärin Ulrike Lunacek ausließ. Dabei forderte er, die Grünen „heimzugeigen, unter die vier Prozent, wo sie hingehören“ – Wochenblick berichtete. Nachdem die Beschimpfte in der Folge tatsächlich über einen Rückzug aus der Funktion nachdachte, scharren interne Konkurrenten bereits in den Startlöchern.

Blimlinger wollte Posten im Kulturministerium haben

Besonders laut tut sich hierbei die grüne Kultursprecherin im Parlament, Eva Blimlinger, hervor. Als sie die Frauenzeitschrift Woman fragte, ob sie die Kritik an Lunacek – einige sprechen dieser die Kompetenz in diesem Feld ab – verstehe, meinte Blimlinger: „Ein bisschen schon. Sie kommt nicht aus dem Kulturbereich“.

Die ehemalige Rektorin der Wiener Akademie für bildende Künste war Anfang Jänner als Kulturministerin oder Staatssekretärin im Gespräch, übernahm dann stattdessen aber diese Agenden im Plenum. Auch diesmal stellte sie heraus, dass sie sich über den Posten gefreut hätte: „Ich habe mich geärgert, das verhehle ich nicht. Ich hätte den Job gern gemacht. Und das habe ich laut gesagt“.

Ex-Kunstuni-Rektorin will „Planbarkeit“ für Künstler

Zwar findet auch Blimlinger die Einschränkungen teilweise richtig. Gleichzeitig plädiert sie für „konkrete Konzepte“ bei der Rückkehr von Proben und Drehs. Sie sieht dabei auch ihren Parteichef, Vizekanzler Werner Kogler, in der Pflicht, unter dessen Fittichen die Kultur-Agenden eigentlich stehen.

An der kürzlichen Pressekonferenz von Kogler und Lunacek lässt die Ex-Kunstuni-Rektorin ebenfalls kein gutes Haar. Diese sei unglücklich abgelaufen,sie verstehe den Ärger der Künstler: „Diese Unsicherheit ist schwierig auszuhalten. Sie brauchen Planbarkeit.“ Aber sie fährt nicht nur Generalangriff, Lunacek habe sich „schnell eingearbeitet“ und bemühe sich. Zu deren Ablöse wolle sie sich direkt nicht äußern.

Blimlinger als Reibebaum unterschiedlicher Lager

Blimlinger ist aber nicht nur im eigenen Lager streitbar, die weit links stehende Politikerin gilt als scharfe Kritikerin des dritten Lagers. Für einen Eklat sorgte sie im Jänner in einer Sitzung des Nationalrates. Nachdem linksextreme Gewalt an Universitäten – dabei wurde ein Burschenschafter verletzt – an der Tagesordnung fand, forderte Blimlinger stattdessen ein Verbot schlagender Studentenverbindungen.

Zuletzt machte sie mit einer umstrittenen Forderung nach Umbenennung der Klagenfurter Windisch-Kaserne von sich hören. Sie schlug dabei vor, dem von kommunistischen Tito-Partisanen gefolterten Weltkrieg-Kommandanten die Widmung abzuerkennen. Stattdessen wollte sie die Militäreinrichtung pikanterweise nach dem Deserteur Richard Wadani benennen – einem langjährigen ehemaligen KPÖ-Mitglied…