Die Zeiten, um als Schauspieler durchzustarten und Karriere zu machen, sind nicht gerade ideal. Doch der 36-jährige Michael Albig aus Linz lässt sich nicht entmutigen. Auch er war am Samstag in der Landeshauptstadt beim „Soko Linz“-Casting in der Tabakfabrik dabei.

Von Kurt Guggenbichler

„Ich weiß, dass ich es eines Tages schaffen werde“, ist der aufstrebende Schauspieler überzeugt. Schon seit seinem achten Lebensjahr hat er einen sehnlichen Wunsch: ein bekannter Musical-Darsteller zu werden, der von seiner künstlerischen Beschäftigung auch Leben kann.
Dieser nährt den Musensohn zurzeit aber noch nicht, weshalb er im Spital der Barmherzigen Schwestern in Linz hauptberuflich als interner Krankentransporteur sein Auskommen bestreitet.

Talentiert und Freude an der Arbeit

Diese Arbeit macht Albig auch Freude und bei den Schwestern und Pflegern ist er wegen seiner Zuverlässigkeit und seiner Fröhlichkeit auch ein geschätzter Kollege. „Sie alle kennen meine große Leidenschaft fürs Theater“, sagt Michael, und man komme ihm bei der Gestaltung des Dienstplans auch sehr entgegen.
Denn neben seiner Spitalstätigkeit jobbt er auch in seinem Unterhaltungsmetier, wofür er schon einmal etwas größeren Auslauf braucht, der ihm nach Möglichkeit auch zugestanden wird.
Dafür sei er den Krankenhauskollegen sehr dankbar, sagt er, der schon einmal längere Zeit mit einem Tourneetheater in Deutschland unterwegs gewesen ist.
Dabei hatte es sich um eine Neuinszenierung des Musicals „Phantom der Oper“ gehandelt, was ein ziemlich anstrengender Gig für Albig war, aber auch gut für seine schauspielerische Weiterentwicklung, wie er betont. Bereits als Kind hatte er Musical-Kurse besucht und erste Erfolge auf den Brettern, die angeblich die Welt bedeuten, gefeiert. Auch die Spitalskollegen schätzen sein Talent, wovon sie sich bereits bei privaten Veranstaltungen überzeugen konnten.

Schlechte Zeiten für Künstler

Gern würde Michael, der auch die „actTHOR“-Schauspielschule in Linz absolvierte, nicht immer nur für Musical-Rollen besetzt werden, um die Breite seines darstellerischen Könnens auch einem größeren Publikum zu zeigen.
„Aus diesem Grund war ich am Samstag auch beim Casting für die neue ‚Soko Linz‘-TV-Serie dabei“, sagt der 36-Jährige, der hinter jedem Job herrennt, den er kriegen kann. Denn in Zeiten wie diesen sähe es für Engagements und Auftritte für Künstler nicht gerade rosig aus.
Trotzdem träumt er von einer Beschäftigung bei einer Produktion des Linzer Musik-Theaters, wo man seiner Ansicht nach lieber deutsche Kollegen spielen lässt als die eigenen Leute. Nicht nur die Hauptrollen würden gern mit Auswärtigen besetzt, klagt Michael, sondern auch die Nebenrollen.
Weil Albig – seiner Einschätzung nach – zu den Vielseitigen in der Branche gehört, nimmt er zurzeit in einem Wiener Tonstudio auch ein Album mit Balladen auf, mit dem sibyllinischen Titel „Die Ewigkeit“. Dieses Album, sagt Michael und lächelt dabei geheimnisvoll, überdauere bestimmt die Zeiten.

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