Die Diskussion um die 3G- oder 1G-Regel wird mit aller Heftigkeit geführt. In Oberösterreich kommt es dabei auch zu allerhand Widersprüchen – logisch, es sind Wahlen und niemand möchte mit zu harten Forderungen Wähler verschrecken.

Viele Österreicher sind durch die anhaltenden Corona-Maßnahmen, die dauernden Verschärfungen und Drohungen der Regierung schon sichtlich genervt. Deshalb wird mit der Einhaltung der Regeln auch teilweise sehr laissez faire verfahren. So beschwerte sich kürzlich in den „Tipps“ ein Konditormeister aus Steyr. „Wer sich an die Regeln hält, ist der Dumme“, regte sich der Mann über Umsatzeinbußen auf und schien neidisch auf die Konkurrenz, die Gäste ohne Maskenfasching und Testschikanen bewirtet. Dass die Leute die Nase voll haben, scheint sich auch im Linzer Rathaus herumgesprochen zu haben.

Roter Wahlkampfschmäh in Linz

SPÖ-Bürgermeister Klaus Luger, der noch Anfang August eine generelle Impfpflicht und die 1G-Regel für die Nachtgastronomie forderte, vollführte nun einen Komplettschwenk. Plötzlich ist er – entgegen der Parteilinie – gegen die 1G-Regel und plädiert weiterhin für 3G. Ob der Meinungsumschwung auch nach der Wahl anhält, ist fraglich, der nächste Schwenk gemäß der strengen Corona-Parteilinie scheint vorprogrammiert – spätestens wenn die Inzidenzen im Herbst steigen.

Klare Linie ohne Panikmache

Völlig unbeeindruckt von steigenden Inzidenzen zeigt sich hingegen der Welser FPÖ-Bürgermeister Andreas Rabl. Dass sich diese der 300er-Marke annähern – 7 Tage über 300 bedeutet Abriegelung – lässt ihn unbeeindruckt. Es ist nur ein Zeichen, dass viel getestet wird, erklärt er und versichert, zugesperrt wird nichts, denn die Inzidenz ist wenig aussagekräftig. Wichtiger ist die Zahl der Hospitalisierungen und da sind es derzeit lediglich 13, also genug Kapazitäten und kein Grund zur Panik.

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