Bei einer Pressekonferenz präsentierten Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner und Univ.-Prof. Wolfgang Mazal die Studie: Wie vereinbar sind Familie und Beruf? Dabei stellte sich klar heraus, dass gerade eine familienfreundliche Unternehmenskultur wichtig ist.

Heutzutage wird vieles dem Primat der Wirtschaft und des Broterwerbs untergeordnet. Dennoch steigt auch zunehmend der Wunsch der Eltern nach familienfreundlichen Rahmenbedingungen in Unternehmen. Dies ist ein Aspekt, den auch die Politik mitbeeinflussen und fördern kann. Denn die Familie ist eine der wichtigsten Stützen unserer Gesellschaft – sind es doch die Kinder, die unsere Zukunft ausmachen. Daher haben die Begriffe Familienbewusstsein, Familienorientierung, Familienfreundlichkeit und Familiengerechtigkeit in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Wirtschaft und Familie schließen sich nicht aus

Nach wie vor ist es so, dass sich Arbeitgeber eine möglichst kurze Karenz mit klar definiertem Wiedereinstieg mit möglichst hohem Stundenausmaß wünschen. Karenzen und Teilzeit von Führungsverantwortlichen werden demnach eher kritisch gesehen und sind nach wie vor eher selten. In vielen Unternehmen wäre es daher vorteilhaft, wenn gerade auch Führungskräfte in dieser Hinsicht positive Impulse setzen.

Denn gerade vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und dem damit verbundenen Fachkräftemangel, ist es für Unternehmen wichtiger denn je, Familienfreundlichkeit einen besonderen Stellenwert einzuräumen.
Denn gerade, da Führungspositionen verstärkt von Männern angestrebt werden und längere Väterkarenz noch immer kritisch betrachtet werden, macht es aus Sicht der Väter wiederum Sinn, die Karenzzeit so kurz wie möglich zu halten.

Mütter wiederum haben oft eine starke Präferenz, möglichst viel Zeit mit ihrem Kind zu verbringen. Langfristig betrachtet, ergeben sich daraus für Mütter aufgrund der langen Karenz-und Teilzeiten im Alter massive negative Konsequenzen und Väter bereuen, nicht mehr Zeit mit den Kindern verbracht zu haben.

Geteilte Erziehungsarbeit hat Vorteile

„Wenn es die Situation erfordert, dann sind es dennoch zu einem überwiegenden Teil die Frauen, die für die Familie einspringen und den eigenen Beruf zurückstellen. Hier muss die Politik ansetzen, um Eltern in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen. Sie benötigen Stabilität und entsprechende Rahmenbedingungen, in denen sie durch Eigenverantwortung und Wahlfreiheit unabhängiger in ihrer Entscheidung werden“, so Familienreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner.

Dies hätte auch nachweisbare Vorteile. Denn Kinder profitiert sehr stark davon, wenn sie zu beiden Elternteile eine starke emotionale Bindung aufbauen und beide den Kindern ihr Wissen und ihre Werte vermitteln. Studien zeigen, dass eine „aktive Vaterschaft“ viele positive Auswirkungen hat: Buben brechen weniger oft die Schule ab und die Tendenz zu Gewalttätigkeit und Drogenmissbrauch ist deutlich geringer. Auch Mädchen sehen in ihrem Vater den „ersten Mann“ im Leben. Eine positive Beziehung zum Vater vermittelt soziale Kompetenz auch bei der zukünftigen Partnerwahl. Die Neigung zu Essstörungen und Drogenmissbrauch sind ebenfalls wesentlich geringer.