Im Saarlouis, Deutschland, kam es nach dem traditionellen Stadtfest Emmes zu schweren Ausschreitungen. Oberbürgermeister Demmer (SPD) schlug danach publikumswirksam Alarm. Der ehemalige Polizist befürchtet Kontrollverlust. Ehemalige Kollegen würden die Sicherheit in der Stadt in Frage stellen. Bei den Krawallen wurden Polizeikräfte der Operativen Einheit von einer Übermacht an migrantischen Randalierern zum „geordneten Rückzug“ gezwungen. In der Stadt steht man sich nicht nur Einwanderern der Flüchtlingswelle sondern auch Gewalttouristen aus Frankreich gegenüber.

Speziell seinem Innenminister Klaus Boullion (CDU) erklärte Demmer in einem offenen Brief, dass die Sicherheitslage in der Stadt katastrophal sei und Taten statt Worte gefragt sind. Brisant: Im Saarland war Angela Merkels Nachfolgekandidatin Annegret Kramp-Karrenbauer sieben Jahre lang Ministerpräsidentin. „Die Gewährleistung der Sicherheit sei vorrangige Aufgabe des Staates und im Grundgesetz festgeschrieben“, erinnerte der Oberbürgermeister. Er kritisierte die langjährige Ausdünnung der Polizei und diesbezügliche Sparmaßnahmen scher.

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Katastrophaler Eindruck für Bürger

Nach dem traditionellen Stadtfest Emmes kam es in den frühen Morgenstunden „zu massiven Problemen mit Jugendbanden, die allesamt Migrationshintergrund haben“ schrieb Demmer ohne zu beschönigen an den Innenminister. „In einem Fall musste die Polizei den geordneten Rückzug antreten, da das polizeiliche Gegenüber derart in der Überzahl war, dass die Unversehrtheit der Beamtinnen und Beamten gefährdet war. Und das obwohl die eingesetzten Kräfte Angehörige der Operativen Einheit (OpE) waren. Was dies auf die Bürgerinnen und Bürger, die das ganze mitbekommen haben, für einen Eindruck mache, braucht nicht extra erwähnt zu werden.“ Wie ernst die Sicherheitslage tatsächlich sein muss, lässt sich zwischen den Zeilen des dringenden Appells entschlüsseln, die der SPD-Oberbürgermeister wohl als letzte Chance zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit sieht.

Die Kreisstadt Saarlouis hat 35.000 Einwohner und ist damit die sechstgrößte Stadt im Saarland. Durch die Nähe zur französischen Grenze gäbe es zudem immer wieder „Probleme mit französischen Jugendlichen“. Die Saarbrücker Zeitung formulierte jüngst vorsichtig: „Bestimmte Gruppen vor allem junger Männer machen Ärger in vielen Freibädern im Kreis.“ Am Wochenende vom 29. auf 30. Juni kam es in Saarlouis zu schweren Ausschreitungen im Freibad, das an diesem Tag „zu 80 Prozent“ von „Jugendgruppen aus Frankreich“ besucht wurde. „Manche hätten längst Hausverbot, aber es handle sich meist um Gruppen junger Männer die sich ähnlich sehen, sodass das Personal sie so schnell nicht unterscheiden kann.“ steht ohne weitere Nennung der Migrationshintergründe in der Saarbrücker Zeitung zu lesen.