Die Sorge, dass Unterkünfte für Migranten aus unterschiedlichsten Gründen als Hotspots fungieren können, welche die Ausbreitung des Coronavirus begünstigen, erhärtet sich nun erneut. 

Es sind besorgniserregende Nachrichten, über welche die Bild aus einem Asylheim in Halberstadt (Sachsen-Anhalt) berichtet. Denn unter derzeit noch 620 derzeitigen Insassen – ursprünglich waren es etwa 850 – befinden sich nicht weniger als 105 Personen, welche einen positiven Corona-Test haben.

Mehrmals gewalttätige Ausschreitungen im Asylheim

Die Infektion kam in der Erstaufnahmestelle bereits Ende März wegen der Einschleppung durch einen Bewohner an. Daraufhin erließen die Behörden ab dem 27. März eine Quarantäne über die Einrichtung – sehr zum Missfallen einiger Bewohner. Denn in den folgenden Wochen machte die Einrichtung vor allem durch Tumulte Schlagzeilen.

Vor zwei Wochen etwa probten dort etwa 100 bis 150 Menschen den Aufstand und warfen Bauzäune um. Und auch letztes Wochenende kam es wieder zu Ausschreitungen, denn manche Bewohner randalierten mit Steinen und waffenähnlichen Gegenständen. Dabei kam es sogar zu mehreren Verletzten. Mehrere Bewohner beschwerten sich anfangs zudem wegen einer schlechten W-Lan-Verbindung.

Zahlreiche Fälle – und schwierige Kommunikation

Die Kommunikation über die Maßnahmen gestaltete sich auch in der Folge schwierig, da viele Bewohner kein oder nur schlechtes Deutsch sprechen. Die Behörden schickten nach Kritik Übersetzer und Sozialarbeiter in das Asylheim. Neben Infoblättern in diversen Sprachen gibt es dort mittlerweile einen Lieferservice, bei dem Lebensmittel, Zigaretten und Hygieneartikel bestellt werden können…

Seit Mitte dieser Woche ist zudem eine Abordnung des Robert-Koch-Instituts vor Ort, um das Land Sachsen-Anhalt zu beraten. Nun testet man sämtliche Bewohner und verlegt Infizierte in andere Objekte im Magedeburg und Quedlinburg. Und die Durchseuchung im Lager in Halberstadt ist immens: über 100 Corona-Fälle traten dort auf.

Vorfälle in Halberstadt kein Einzelfall

Die Problematiken sind übrigens kein Einzelfall – denn auch im benachbarten Thüringen kam es bereits vor einigen Wochen zu unschönen Szenen. Und zwar bereits Mitte März – in einer unter Quarantäne stehenden Einrichtung rotteten sich Migranten zusammen und versuchten teils gewaltsam, das Gelände zu verlassen. Nur ein Großaufgebot der Polizei konnte der Lage damals Herr werden.

Ob man mittlerweile aus derartigen Situationen gelernt hat, ist unterdessen unklar. Denn ungeachtet der Herausforderung mit bereits im Land befindlichen Migranten, will die deutsche Bundesregierung bis zu 1.500 weitere Asylwerber aufnehmen. Die ersten 50 davon – hauptsächlich jugendliche Männer – kamen bereits am Wochenende an.