Jede Woche warte ich gespannt auf Ihren TV-Auftritt zur Corona-Lage der Nation. Ich gestehe Ihnen zu, Herr Bundeskanzler: Ihr Job ist nicht einfach, Sie machen Ihre Sache gut und ich möchte nicht in Ihrer Haut stecken. Wenn Sie, gemeinsam mit dem Gesundheitsminister, Corona-Zahlen vorstellen, kurvige Entwicklungen erläutern und einfühlsam klarstellen, was ab jetzt zu tun und zu lassen sei, hänge ich gebannt an Ihren Lippen: kommt jetzt vielleicht etwas über das Virus selbst? Warum es so gefährlich ist, welche Erkenntnisse es bisher gibt?

Ein offener Brief von Kornelia Kirchweger an Bundeskanzler Sebastian Kurz

Was kann das Virus?

Ihr größter Feind, Herr Bundeskanzler, das Virus, der Verursacher dieser Weltkrise mit seinen furchtbaren Kräften, existiert aber nicht in ihren Botschaften. Dabei ist das Ding so gefährlich, dass man global Menschen in Quarantäne schickt, ihnen eine Verfolgungs-App aufzwingt, Polizeiverhöre für Corona-Alibis ankündigt, bei Strafandrohung einen maskierten zwei-Meter-Distanz-Lebensraum festlegt, das Militär auf die Straßen schickt, Schulen, Betriebe und ganze Länder schließt. Wie überaus gefährlich muss dieses Virus sein, damit Sie die Tür der Republik absperren – koste es was es wolle!

Der anonyme Superfeind

Doch Sie reden nie darüber. „Wir wissen zu wenige darüber“, hört man oft. Welches Wissen ist dann aber Grundlage für Ihre folgenschweren Entscheidungen? Niemand will glauben, dass diese aus der Luft gegriffen sind. Ja, die Ansteckung muss reduziert werden, die Gesundheitssysteme intakt bleiben, alte und kranke Menschen sind zu schützen. Knapp 500 Menschen starben hierzulande bisher an den Folgen des Virus. Dem gegenüber stehen aber auch tausende Tote aus Grippewellen, Krebserkrankungen und Verkehrsunfällen. Niemals gab es deshalb „social distancing“, niemals wurde deshalb der Verkehr still gelegt.

Recht auf Wahrheit

Auch wenn Sie kein Virologe sind – haben sie doch einen Expertenstab, der Sie berät. Es gibt anerkannte Fachleute mit Erkenntnissen über das Virus, die das sicherlich gerne mit Ihnen teilen. Ihre Aufgabe wäre es, uns das zu vermitteln. Denn bei so vielen Pflichten, haben wir auch ein Recht auf die ganze Wahrheit!

Die beschränkt sich bisher nur auf Tröpfcheninfektion, Hyperansteckung, Distanz halten und Händewaschen. Das fördert die Entstehung sonderbarer Geschichten: etwa, Corona ist wie Grippe. Doch die führte niemals zum Stillstand! Das Virus ist eine Erfindung, ein globales Experiment – dafür riskiert man doch keine Weltwirtschaftskrise! Wer einmal angesteckt oder genesen ist, bleibt immun – stimmt so nicht, sagt jetzt die WHO. Corona trifft nur die alten Kranken, die Jungen müssen solidarisch sein, war Ihr Mantra. Indes warnen Ärzte schon vor der Gefahr von Langzeitschäden – auch bei jüngeren Menschen.

Jetzt Farbe bekennen

Doch all das wissen Sie ohnehin – und wahrscheinlich viel mehr. Noch halten Sie Land und Leute zusammen, noch glaubt man Ihnen, Herr Bundeskanzler! Doch wenn dieser Krieg jeden Einzelnen erreicht hat, werden die Menschen Erklärungen fordern und keine fadenscheinigen Begründungen akzeptieren. Spätestens dann müssen Sie Farbe bekennen. Ich ersuche Sie, damit jetzt schon anzufangen. In diesem Sinne, freue ich mich auf Ihre nächste Botschaft!