Die Kampagne gegen Italiens Innenminister und Vizepremier Matteo Salvini (Lega) geht in die nächste Runde: Nachdem Österreichs linke Medienlandschaft und der durch Zwangsgebühren finanzierte ORF-Anchorman Armin Wolf mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten Salvini offenen Rassismus vorwarf, ist diesmal ein Twitter-Posting Salvinis Anlass für eine Hass-Kampagne gegen einen gewählten Vertreter der italienischen Regierung!

Ein Kommentar von „wochenblick.at“-Chefredakteur Johannes Schüller

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Empörung über Allerwelts-Zitat

Die äußerst platte Vorgehensweise könnte in jedem Lehrbuch über „Fake News“ als Paradebeispiel dienen: Salvini hatte – in Reaktion auf vorherige, heftige Kritik durch das alte sozialistische und links-katholische Establishment – den Spruch „Tanti nemici, tanto onore!“ gepostet, dahinter ein kleines Küsschen-Smiley gesetzt. Zudem verlinkte er einen Artikel des renommierten italienischen Online-Mediums „Affari Italiani“, in der die Medienkampagne gegen Salvini scharf kritisiert wurde.

Doch anstatt sich mit der heißblütigen Diskussion in Italien umfassend auseinanderzusetzen, spielen österreichische und deutsche Medien erneut das verlängerte Sprachrohr der italienischen Sozialdemokraten. Anlass der Mega-Empörung: Das Zitat „Tanti nemici, tanto onore!“ (zu Deutsch: „Viel Feind, viel Ehr“)! Damit habe sich Salvini bei dem faschistischen Diktator Benito Mussolini bedient – denn dieser habe angeblich den über alle politischen Lager genutzten Allerwelts-Spruch geprägt! Und Salvini wagte dies ausgerechnet am Geburtstag des Diktators…

Unkritisch Sozialdemokraten wiedergegeben

Auch mehrere österreichische Medien, unter anderem der „Kurier“ und der stark linkslastige „Standard“, greifen den Vorwurf des Chefs der italienischen Sozialdemokraten (PD) Matteo Orfini spürbar unkritisch auf. Auch der ORF mischt wieder fleißig auf seiner Online-Plattform mit. Grundlage ist unter anderem eine mehr als fragwürdige APA-Agenturmeldung.

Nicht einmal Wortlaut identisch

Besonders pikant aus Sicht der Mainstream-Medien: Der Spruch wurde im faschistischen Italien sogar auf Fußböden eingraviert! Das Salvinis Sager nicht mal mit dem Wortlaut des faschistischen Slogans identisch ist – Salvini schreibt unter anderem „tanti“, die Faschisten „molti“ – sei geschenkt:

Molti Nemici, Molto Onore

Mussolini ist nicht der Erfinder

Richtig peinlich wird es jedoch für viele Journalisten, wenn man sich den Ursprung des angeblichen „Mussolini-Sagers“ anschaut. Bereits eine einfache Google-Suche hätte für die „Profi-Journalisten“ ausgereicht, um die eigentlichen Ursprünge des Zitats herauszufinden. Denn dieses wird dem Landsknechts-Führer Jörg von Frundsberg zugeordnet. Der Nachteil aus Sicht der Mainstream-Propagandamaschinerie: Frundsberg kann kaum für die Nazi-Keule herhalten, nicht zuletzt weil er im 15. und 16. Jahrhundert lebte!

Mainstream-Medien ignorieren italienische Berichte

Sein Wahlspruch stammt laut leicht zu ermittelnden Medienberichten aus der Schlacht bei Creazzo, bei der Frundsberg mit dem Habsburger-Heer des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation eine venezianische Übermacht vernichtend schlug. Auch große italienische Medien stießen schnell auf die eigentlichen Ursprünge des Spruches, der angeblich von Mussolini bekannt gemacht wurde. Dazu zählen unter anderem die Zeitung „Secolo d’Italia“, die auch auf die Beliebtheit des Zitats bei vielen Promis verweist, und das über „Fake News“ aufklärende Portal „Bufale.net“.

Pikant: Diese Richtigstellungen italienischer Medien wurden bereits am Sonntag veröffentlicht. Einen Tag später titeln große deutschsprachige Medien jedoch ohne Rücksicht auf die „Fake News“-Hinweise unter anderem „Innenminister Matteo Salvini irritiert mit faschistischem Zitat“ („Der Spiegel“) oder „Italiens Salvini empört mit Mussolini-Zitat“ (OÖN).

ORF: Grundlage waren Agenturmeldungen

Auf „Wochenblick“-Anfrage berief sich der ORF auf Agenturmeldungen, andere Zeitungen hätten doch diese ebenfalls als Grundlage genommen:

„Die heute am Vormittag verfügbare Meldung auf ORF.at basierte auf österr. und deutschen Agenturmeldungen – wie auch die entsprechenden Online-Meldungen zahlreicher Zeitungen. Der Kurzbericht auf ORF.at drehte sich nicht um die Aufarbeitung der historischen Urheberschaft der Redewendung, sondern gab journalistisch korrekt unterschiedliche Standpunkte der aktuellen (medien)öffentlichen Diskussion rund um einen Tweet des italienischen Innenministers wieder“, hieß es aus dem ORF.

Pikant dabei: Bei alternativen Medien können Mainstream-Medien nicht schnell genug die „Fake News“-Keule schwingen. Selbst übernehmen die vermeintlichen „Profi-Journalisten“ jedoch beinahe vollständig unkritisch tendenziöse, schnell heruntergetippte Agenturmeldungen, die Zitate völlig aus dem Zusammenhang reißen. Ein Paradebeispiel für die Parteilichkeit und Voreingenommenheit vieler etablierter Medien…