Bei der Regionalwahl in der italienischen Region Umbrien gewann gestern klar das Mitte-rechts-Lager unter der Führung der Lega-Partei. Die Lega-Senatorin Donatella Tesei konnte laut endgültigen Wahlergebnissen 57 Prozent der Stimmen behaupten.

Ihr Mitte-links-Kontrahent um das Amt des Regionalpräsidenten, Vincenzo Bianconi, kam lediglich nur auf 37 Prozent. Die Lega von Ex-Innenminister Matteo Salvini erreichte bei der Wahl des Regionalparlaments 37 Prozent der Stimmen, die verbündete Partei Fratelli d’Italia (Brüder Italiens) kam auf zehn Prozent.

Umbrien als traditionell linke Region

Die rechtskonservative Forza Italia um Ex-Premierminister Silvio Berlusconi, auch dem Mitte-rechts-Bündnis angehörend, erreichte fünf Prozent. Zum ersten Mal seit den 1970er Jahren übernehmen Mitte-rechts-Kräfte die Führung der traditionell linken Hochburg.

„Dieser Sieg der Mitte-rechts-Parteien ist eklatant. Ich feiere auch das starke Wachstum bei der Wahlbeteiligung“, freute sich Salvini. Er war in den letzten Wochen unermüdlich wahlwerbend durch Umbrien gereist. Das Wahlergebnis stärkt auch seine Forderung nach vorgezogenen Parlamentswahlen in Italien.

Niederlage wegen sozialistischen Skandals

Die Sozialdemokraten mussten einen hohen Preis für einen im April ausgebrochenen Skandal im umbrischen Gesundsheitswesen bezahlen. Mehrere Lokalpolitiker wurden festgenommen, die sozialdemokratische Präsidentin der Region war schließlich zurückgetreten und eröffnete den Weg zu vorgezogenen Regionalwahlen. Die Partei hatte die Region in den vergangenen Jahren regiert und stürzte auf 22 Prozent ab.