Die afroamerikanische Bürgermeisterin von San Francisco/Kalifornien, London Breed, kündigte jetzt an, ausschließlich schwarzen Frauen und Pazifikinsulanerinnen pro Schwangerschaftsmonat und dann noch weitere sechs Monate lang 1.000 US-Dollar Einkommenszuschlag zu bezahlen. Sie wolle damit Rassengerechtigkeit schaffen, denn diese Ethnien seien immer benachteiligt worden.

von Kornelia Kirchweger

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Mehr Frühgeburten und Kindersterblichkeit

Für weiße, asiatische und hispanische Frauen gilt das Programm nicht. Breed geht offenbar davon aus, dass diese Frauen keine Geldsorgen haben.  Sie will jedenfalls das städtische „Abundant Birth Project“ vorerst auf 150 Frauen – ethnisch – einschränken. Dieser „Grundeinkommenszuschlag“  soll, später dann, bis zu zwei Jahre nach der Schwangerschaft ausgezahlt werden. Diese garantierte ethnisch ausgerichtete Einkommensunterstützung hilft den Frauen, sich während der Schwangerschaft auf ihre Gesundheit zu konzentrieren, ist Breed überzeugt. Denn schwarze Frauen haben die höchste Frühgeburtenrate, was auch den Neugeborenen schade. 2018 lag diese Rate bei 14%, bei weißen Frauen bei 9%. Die Kindersterblichkeitsrate bei schwarzen Frauen lag 2018 bei 10,8 Todesfällen pro 1.000 Geburten, bei Hawaiianerinnen und pazifischen Insulanerinnen bei 9,4 Todesfällen, bei weißen Frauen bei 4,6 pro 1.000 Geburten.

Immer mehr Obdachlose

Breed blickt auf eine lange Karriere im Stadtrat von San Francisco zurück und wurde 2019 zur Bürgermeisterin gewählt. Ihr Fokus liegt auf einer Sozialpolitik für benachteiligte Ethnien. Sie will jedes Jahr 5.000 Wohnungen für Obdachlose – überall in der Stadt – auch gegen den Widerstand von Anrainern errichten. Wegen der restriktiven Baupolitik gibt es eine krasse Wohnungsnot, die Mieten sind fast unerschwinglich. Ein Billig-Lohnarbeiter müsste vier Vollzeitjobs haben, um sich eine Zwei-Zimmer-Wohnung leisten zu können. Trotzdem wandern immer mehr Leute zu. Laut aktuellen Umfragen, vor allem um Arbeit zu finden, auch wegen der starken Schwulen- und Lesben-Community. Von 2015 bis 2017 stieg die Zahl der Obdachlosen um 15%.

Vergammelte Stadt

Tausende Menschen hausen im Freien oder in Zelten, entlang der Gehsteige. Mobile Übernachtungsbusse sind der letzte Schrei und ein lukratives Geschäftsfeld. Die Kriminalität steigt, die Stadt vergammelt. Der Tourismus bricht ein, Kongresse werden in andere Städte verlegt, die Veranstalter fürchten Übergriffe auf ihre Gäste. Um den Dreck von der Straße zu bringen, gründete Breed im Vorjahr eine „Poop-Patrol“, die Bürgersteige von Fäkalien reinigt. Für dieses Jahr kündigte sie die Bereitstellung von 10.000 Betten für Obdachlose an.

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