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Markus Abwerzger wurde vom ORF in ein falsches Licht gerückt – Einsicht dafür gab es kaum.

Ein ungünstig zusammengeschnittener ORF-Beitrag sorgt für Unmut. Der Tiroler FPÖ-Spitzenkandidat Markus Abwerzger wird dabei in eine Nähe zum Antisemitismus gerückt.

Die SPÖ forderte Abwerzgers Rücktritt nachdem dieser in dem ORF-Beitrag vermeintlich zustimmend genickt hat, als ein 86-Jähriger von „stinkerten Juden“ sprach.

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Aus dem Kontext gerissen

Die FPÖ stellte die Sache richtig und forderte nun umfassende Aufklärung der heiklen Kausa vom ORF. Sowohl das Nicken als auch die „stinkerten Juden“-Aussage wurden aus dem Kontext gerissen und, so die Kritiker, bewusst zur Manipulation eingesetzt.

Wutbürger aus dem Kontext gerissen

Begonnen hatte der Beitrag als harmlose Berichterstattung über den Wahlkampf, bei dem der ORF für das Format „Tirol heute“ auch das Wahlkampfteam von Markus Abwerzger begleitete. Im olympischen Dorf in Tirol sprach der FP-Spitzenkandidaten auch mit einem alten Mann, der sich über die heutigen Zustäde beschwerte.

Er sprach erregt über seine Vergangenheit bei der Hitlerjugend als noch „Zucht und Ordnung“ geherrscht hätten. Auch berichtete er von einer Kirche, in der eben von jenen „stinkerten Juden“ gesprochen wurde und dass man das heute nicht mehr sagen dürfte, weil man sofort als Nazi gelten würde.

Wirbel auf Twitter

Die Widerworte, die der FPÖ-Mann dem Bürger entgegen brach, schnitt der ORF komplett aus dem Beitrag. Zu sehen war nur ein angedeutetes, angeblich zustimmendes Nicken von Abzwerger, dann endet die Sequenz. Nach dem geschnittenen ORF-Beitrag war die Empörung auf Twitter groß:

ORF wollte „Sache aufklären“

Die FPÖ forderte den ORF auf, das komplette Videomaterial zu veröffentlichen. Beim ORF gab man jedoch an, dass man sich mit der zuständigen Redakteurin unterhalten habe und in einer folgenden Sendung die Sache aufklären will.

Auf Twitter kritisierte Abwerzger das Verhalten des ORF scharf: „Ich habe niemals zustimmend genickt, zudem auch deutlich widersprochen, gemeinsam mit Rudi Federspiel. Die Beurteilung, weshalb der ORF das so geschnitten hat, lasse ich jedem selbst über.“

Auch Kritik von Links

Doch nicht nur von der FPÖ musste sich der ORF aufgrund seiner offenkundig tendenziösen Berichterstattung Kritik gefallen lassen. Auch der Chefredakteur der linken Wiener Stadtzeitung „Falter“ hat auf Twitter Kritik geübt.

ORF reagiert halbherzig

In der ZiB von 13 Uhr hat der ORF am Samstag nach scharfer Kritik am Sender auch die folgenden Sekunden ausgestrahlt. Dort ist zu sehen, wie Abzwerger und FPÖ-Politiker Rudolf Federspiel dem Wutbürger klar widersprechen.

Die Moderatorin erklärt in der Anmoderation zum massiv irreführenden Schnitt des ORF halbherzig, es hätte der „Eindruck entstehen können“, Abzwerger akzeptiere die  Aussagen des Bürgers unwidersprochen. Die FPÖ habe sich jedoch nun von Antisemitismus distanziert. Von einem klaren Schuldeingeständnis des ORF und einer Entschuldigung für den irreführenden Schnitt ist in dem Beitrag jedoch nichts zu vernehmen.

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Auch ORF-Moderator Armin Wolf (rechts im Bild) gerät aufgrund Vorwürfen einseitiger Parteinahme immer wieder in die Kritik. Der „Wochenblick“ hat mit dem freiheitlichen Mediensprecher dazu ein ausführliches Interview geführt.

„Wochenblick“ sprach mit Insider

Dieser Vorfall gliedert sich ein in eine lange Historie einseitiger und tendenziöser ORF-Berichterstattung, die sich laut Experten zunehmend vor allem gegen die neue ÖVP-FPÖ-Regierung richtet. Die schwarz-blaue Regierung will den ORF mit einer neuen Gesetzesnovelle nun reformieren und verbindlicher zur Neutralität verpflichten („Wochenblick“ berichtete).

Der freiheitliche Mediensprecher und Regierungs-Insider Hans-Jörg Jenewein hat hierzu dem „Wochenblick“-Online-Chefredakteur Johannes Schüller ein ausführliches Interview gegeben, das sie in der kommenden Ausgabe lesen können. Bestellen Sie gleich jetzt ein kostenloses, unverbindliches Probeabo!