Ein kurioser Fall trug sich an der Grenze zwischen Tirol und Bayern am Dienstagabend zu, nachdem afghanische Migranten dort gestrandet waren.

Viele Migranten aus aller Herren Ländern wollen weiterhin unbedingt nach Deutschland, das ihnen spätestens seit „Wir schaffen das“ als Land der Verheißung erscheint. So auch sechs Afghanen, die an einer zufälligen Wohnungstür im Grenzort Kiefersfelden klingelten, um zu erfahren, ob sie das gelobte Land bereits erreicht hätten. Die Bewohner verständigten daraufhin die Polizei, welche die Migranten in Gewahrsam nahm.

Teure Schlepperfahrt in mehreren Etappen

Wie eine Polizeiaussendung dokumentiert, ließen sich die Afghanen ihre Einreise nach Deutschland teures Geld kosten. Sie hätten auf ihrem Weg insbesondere auf Schlepper vertraut, welche sie in Etappen ins Herzen Europas schleusten. Dafür wurden bis zu 13.000 US-Dollar pro Person fällig; alleine 4.000 Euro kostete die letzte Etappe auf der Ladefläche eines LKWs, die in Serbien begann.

Da sie selbst nicht so viel Geld hatten, mussten sie die Schulden bei den Schleppern abarbeiten. Der letzte Schleuser beging offenbar dann auch tatsächlich nur „Dienst nach Vorschrift“. Denn er setzte die sechs Afghanen nahe der Inntalautobahn einfach ab – und zwar im allerersten Ort in Deutschland, den er erreichte.

Einer der Migranten bereits in laufendem Asylverfahren

Bei den so aufgegriffenen Migranten handelt es sich um zwei Jugendliche (15, 16) und vier Erwachsene (22, 27, 32 und 46). Während der jüngste der Erwachsenen sich bereits in einem laufenden Asylverfahren befindet und umgehend dorthin wieder abgeschoben werden soll, brachten die Behörden die übrigen drei in eine Aufnahmestelle. Die beiden Minderjährigen überstellten sie der Obhut des Jugendamtes.

Ob es sich tatsächlich um Afghanen handelt, ist allerdings nicht zweifelsfrei erwiesen. Denn keiner der sechs Personen konnte seine Identität belegen, sie hatten keine Papiere mehr bei sich. Die Beamten dürften ihre Geschichte von der Flucht vor kriegerischen Handlungen in Afghanistan. wohl als glaubwürdig genug eingestuft haben.