Türkische Schlepper bewerben ihre „Dienste“ offenbar unter dem Deckmantel gefälschter Kreuzfahrten auf Facebook. Sie bieten an, Migranten für 5.500 Euro nach Italien zu bringen. Auch „Campingausflüge“ von Serbien nach Österreich werden um 4.000 Euro angeboten. Das Schlepper-Service nennt sich „Der Weg nach Europa“. 

von Kornelia Kirchweger

Über eine Mio Euro Gewinn pro Tag

Die Reisen werden als drei- bis viertägiger Ausflug an Bord einer Luxus-Yacht von der Türkei an die sizilianische Küste beschrieben. Kleinkinder dürfen zum halben Preis oder gratis mit, berichtet Il Giornale. Der Erfolg ist gesichert – denn die linke Regierung Italiens weist keine Migranten zurück. Schon in den vergangenen Jahren haben Schlepper ähnliche „All-Inklusiv“ Pakete für betuchte Migranten angeboten. 2017 erzählte ein in Marokko lebender Mann aus Kamerun, Schlepper würden ähnliche Pakete für Spanien anbieten. Er wies darauf hin, dass man mit mehreren Hunderten Flüchtlingen, an einem Tag, mehr als eine Mio Euro verdienen könnte.

Inklusive Reiseversicherung

„Gehen Sie jetzt“, beschwört die Schlepper-Werbung auf Facebook ihre „Kunden. Denn später könnten die Routen wegen Problemen zwischen der Türkei und Griechenland oder der Wintersaison gesperrt sein. Eine weitere Seereise wird Migranten auf die griechische Insel Rhodos, um wesentlich günstigere 2.100 Euro, angeboten. Essen ist im Preis inbegriffen. Die Schlepper garantieren sogar eine Reiseversicherung, die von einer „externen Agentur“ verwaltet wird. Wenn jemand verletzt wird, die Reise „nicht den Erwartungen entspricht“, die Yacht kentert oder jemand stirbt, bekommen die Familienmitglieder Geld.

Gefälschte Pässe, Visa, Führerscheine

Auch Flugreisen sind kein Problem. Unter „Pässe und Visa für alle Länder“ werden die entsprechenden Dokumente angeboten. Für ein Visum in die EU zahlt man 9.000 Euro, für Großbritannien 11.000 Euro. Wer lieber mit dem Auto fährt, kann auch einen gefälschten Führerschein oder einen anderen Lichtbildausweis erwerben. Kostenpunkt: zwischen 500 – 800 Euro. Es wird garantiert, dass niemand die Fälschung erkennt, u.a. auch, weil einige Beamte der örtlichen Botschaften ein Auge zudrücken.