Vergangenen Samstagabend wurde die deutsche Kapitänin Carola Rackete in Klosterneuburg mit dem „Globart Award 2019“ ausgezeichnet. Sie erhielt den Preis für ihr „Engagement Menschenrechte und Menschenleben zu verteidigen“.

Rackete übergab die Auszeichnung schließlich an einen anwesenden Asylanten aus Afghanistan: „Ich will auf die Menschen aufmerksam machen, um die es gehen soll.“

Ermittlungen gegen Rackete

Ende Juni hatte Rackete für Schlagzeilen gesorgt, als sie als Kapitänin des Rettungsschiffs „Sea Watch 3“ trotz eines Verbots der italienischen Behörden gewaltsame in den Hafen von Lampedusa eingelaufen ist. In Italien wird deswegen gegen Rackete wegen Beihilfe zu illegaler Einwanderung ermittelt.

Menschenrechte müssten geschützt werden

Die Kapitänin kritisierte den deutschen Innenminister Horst Seehofer (CSU), weil dieser nur Flüchtlinge aus dem zentralen Mittelmeer aufnehmen wolle. Sie warnte auch davor, dass es in Zukunft mehr Klimaflüchtlinge geben werde. Auch die Menschenrechte müssten geschützt werden.

Preis von ÖVP-nahem Verein

Als Heidemarie Dobner, Intendantin der Globart Academy, Rackete den Preis überreichte erhielt sie stehende Ovationen und minutenlangen Applaus. Dobner meinte sie sei ein „Leuchtturm unserer Gesellschaft“. Der Verein „Globart“ befindet sich laut Politik-Experten im Vorfeld der niederösterreichischen ÖVP, der vom Land Niederösterreich gefördert und finanziert wird.