Aufgrund der Corona-Verordnung in Berlin, blieb das Stasi-Museum in der Normannenstraße geschlossen und öffnete nicht, wie geplant zu Ostern. Man könne an diesem Ort keine persönlichen Daten der Besucher sammeln, heißt es von Seiten des Museums.

„Die neuen Vorschriften machen in der Summe den Betrieb des Museums am historischen Ort der ehemaligen Zentrale der Staatssicherheit der DDR unmöglich“, ist in der Pressemitteilung zu lesen. Man werden erst wieder mit einer neuen Sonderausstellung für Besucher öffnen, wenn die Umstände dies zulassen. So gab Ende März das Stasi-Museum in der Berliner Normannenstraße bekannt, dass es entgegen der eigentlichen Pläne nicht bereits am Karfreitag wieder die Pforten für Besucher öffnen werde. Grund dafür ist die derzeitige Corona-Politik in Deutschland.

Keine Überwachung der Bürger

So wäre nach der Corona-Verordnung von Berlin unter anderem vorgesehen, dass „Vor-Ort-Test-Stationen“ für die Besucher einzurichten seien, oder dass Testergebnisse beim Eintritt kontrolliert werden müssten. „Das Abfragen von Gesundheitsdaten und die Sammlung persönlicher Informationen am ehemaligen Arbeitsplatz des Stasi-Generals Erich Mielke und tausender Stasi-Offiziere ist für das Stasimuseum nicht akzeptabel“, ließ das Museum daher verlautbaren.

Und dessen Geschäftsführer Jörg Drieselmann präzisiert: „Gerade uns als Stasimuseum stünde es schlecht zu Gesicht, am Eingang zum Museum Informationen zu sammeln, die eigentlich der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen.“ Denn gerade das Museum in der Normannenstraße sei von Menschen gegründet worden, die damals die Stasi-Zentrale besetzten und „am Ort der Angst einen Ort des Austauschs und der Sicherheit aufbauten“.

Hygienekonzepte vorhanden, aber kein Spitzeldienste

Dabei hatte man im Stasi-Museum vorab Hygienekonzepte erarbeitet und auch die Mitarbeiter dementsprechend geschult, die für eine Öffnung vorgeschriebenen Maßnahmen gingen dann aber doch zu weit. „Das Stasimuseum informiert über die SED-Diktatur und wirbt damit für den freiheitlichen Rechtsstaat“, erklärt Drieselmann in der Pressemitteilung. Und es klingt schon mehr als deutlich Kritik an der Entwicklung in Deutschland mit.

Denn, so könnte man überspitzt formulieren, derartige einschneidende Maßnahmen wie derzeit hat es in der DDR nicht gegeben. Und bei Ehemaligen-Treffen von Stasi-Mitarbeitern dürfte es schon für den ein oder anderen Schenkelklopfer sorgen, dass man sich mehr als 30 Jahre nach dem Fall der Mauer nicht einmal mehr zwischen Erzgebirge und Ostsee frei bewegen kann. Von privaten Treffen, die inzwischen verboten sind, ganz zu schweigen.

Gründung des Museums durch Bürgerrechtler

1989 war es bekanntlich das Volk, welches den sozialistischen Diktaturen in Europa ein Ende bereitete. Seitdem sind nach wie vor Bürgerrechtler und ehemalige politisch Verfolgte unermüdlich am Werk, um die Erinnerung an die Verbrechen und die Diktatur wachzuhalten. So auch im Stasi-Museum bzw. der Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße in Berlin. Früher war in der Normannenstraße in Berlin eines der Machtzentren der DDR, dort befand sich die Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), im Volksmund Stasi genannt. In dem Komplex von zig Gebäuden hatte auch der Minister für Staatssicherheit, Erich Mielke, sein Büro.

Heutzutage befindet sich im Gebäude 1 – dem ehemaligen Ministersitz – das Stasi-Museum und die Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße. Hervorgegangen sind das Museum und der Trägerverein aus der DDR-Bürgerrechtsbewegung. Als der eiserne Vorhang fiel, waren es auch Bürgerrechtler, die die Stasi-Zentrale stürmten und die weitere Vernichtung von Aktenmaterial verhinderten, mit der die Schergen des Systems ihr jahrelanges Tun verschleiern wollten.