Eine 21-jährige Studentin aus Kassel stürzte Ende Juli nach einem heftigen Streit mit einem illegal in Italien lebenden Algerier über eine 70 Meter hohe Klippe bei San Remo und überlebte.

Von Kornelia Kirchweger

Das Mädchen erwachte jetzt aus dem 3-wöchigen künstlichen Koma. Aufgrund schwerer Hirnverletzungen ist es fraglich, wann sie Auskunft zu dem Horrorsturz geben kann.

Mögliche Vergewaltigung?

Der 32-jährige verdächtige Algerier, Zied Yakoubi, sitzt jetzt wegen Mordversuch in U-Haft. Laut Polizei, die den Vorfall rekonstruierte, wollte er möglicherweise das Mädchen vergewaltigen und hat sie dann im Streit den Felsen hinuntergestoßen. Ein Augenzeuge beobachtete eine heftige Auseinandersetzung der beiden.

Alena Sudokova, deutsche Jus-Studentin mit russischen Wurzeln, verbrachte den Abend des 31. Juli auf dem Aussichtspunkt Capo Nero bei San Remo am Ligurischen Meer.

Sie wurde später von der Sicherheitswache am Fuß der Klippe mit schwersten Verletzungen an Hüfte, Beinen und Füßen gefunden und mit dem Hubschrauber ins Spital gebracht. Ihre Mutter vermutete ein Verbrechen und ging zur Polizei. Alena hatte lange Haare, als man sie fand, waren diese abgeschnitten, gab sie an.

Mit 5 Identitäten illegal in Italien

Der Anwalt des verdächtigen Algeriers teilte mit, Zied habe den Abend gemeinsam mit zwei weiteren, nicht identifizierten Landsleuten und Alena am Aussichtspunkt verbracht. Er habe nichts mit dem Sturz zu tun.

Im Gegenteil: sie habe das Gleichgewicht verloren und beim Versuch, sie zu halten, sei auch er in die Tiefe gestürzt. Er wies undefinierbare Verletzungen auf. Der mutmaßliche Täter hat mehrere Vorstrafen, lebte mit 5 verschiedenen Identitäten illegal in Italien und erhielt vier Abschiebebescheide.

Vor dem Untersuchungsrichter schwieg der Verdächtige. Die Staatsanwältin ordnete eine genaue Untersuchung von Opfer und Verdächtigem an, um Rückschlüsse aus den Verletzungen ziehen zu können, bzw. um herauszufinden, ob Alena schon vor dem Sturz verletzt wurde.