Der Bezirk Wien-Liesing gilt eigentlich weder als No-Go-Area noch als Brennpunkt der Kriminalität. Der Fridtjof-Nansen-Park, in welchem vor kurzem eine 13-Jährige vor laufender Kamera brutal zusammengeschlagen wurde, soll allerdings durchaus zum „Hotspot“ verkommen.

Während Österreich geschockt mitansehen musste, wie ein junges Mädchen noch wehrlos am Boden liegend getreten wird, erklärte dieses, aus Rücksicht keine Anzeige erstatten zu wollen.

Auf dem vor allem auf Instagram verbreiteten Video ist zu sehen, wie ein einzelnes Mädchen von einer größeren Mädchengruppe „zur Rede gestellt“ wird. Sie hätte die anderen ausgenutzt. Dann fliegen die Fäuste. Als die Angegriffene am Boden liegt, treten alle gemeinschaftlich auf sie ein. Am Ende wird sie dazu gezwungen, sich bei den Gewalttätern zu entschuldigen. Laut Anwohnern käme es im Fridtjof-Nansen-Park immer wieder zu Gewaltszenen. Neben der „Girls-Gang“ würde auch eine Bande aus männlichen Teenagern immer wieder fleißig austeilen. Dem ORF ist es hingegen wichtig, auch anonyme Zeugen zu zitieren, die den Park als „sonst ruhig und friedlich“ beschreiben würden.

Das Opfer wollte nach eigener Aussage, die im sozialen Netzwerk Instagram veröffentlicht wurde, keine Anzeige erstatten. „Ich will nicht so herzlos sein und die Zukunft anderer Menschen zerstören“, schreibt sie. „Es war nicht okay, was sie gemacht haben. Das gilt vor allem für jene, die zugesehen haben.„ ist dort weiter zu lesen.

Laut „HEUTE“ hat sie nun aber doch Anzeige wegen schwerer Körperverletzung erstattet. Ermittlungen werden in so einem Fall ohnehin automatisch eingeleitet.

Mutmaßliche Täterin ist Rumänin

Das Geschehnis erinnert an das Prügel-Video aus Wien-Seestadt, welches die Öffentlichkeit erst vor wenigen Wochen erschütterte. Auch dabei gehen drei Jugendliche mit Schlägen und Tritten auf einen Einzelnen los. Das Opfer kommt mit einer gebrochenen Nase und einer Gehirnerschütterung davon. Anhand des Prügel-Videos konnten die Polizei die bereits amtsbekannten Täter ausfindig machen und anzeigen.

Boulevardmedien sprachen im Fall Wien-Liesing von „Österreicherinnen“. Laut „Bezirkszeitung“ und „Vienna.at“ ist die mutmaßliche Täterin jedoch Rumänin.

Drohungen gehen weiter

„Ich sag dir was: Lösch’ das scheiß Video aus deiner Instagram-Story“, tönt eine mutmaßliche Schlägerin laut „Heute.at“. „Hast du noch nicht genug bekommen? Ich trete dir deinen hässlichen Kopf ein. Pass auf, was du machst.“

In einer schriftlichen Nachricht wird ihr weitere Gewalt angedroht: „Diesmal schlagen wir dich nicht nur, bis du blutest. Ich zerschlage deinen Kopf auf dem Boden, du Hure.“