Nun sind sie halt da. Die Wochenblick-Redaktion staunte nicht schlecht, als nur wenige Tage nach den Bränden im Asyllager Moria die ersten 13 Migranten aus Griechenland an der deutschen Grenze auftauchten. Die deutschen Grenzpolizisten hatten Zweifel, dass sie nur zum Sightseeing kamen und schickten sie zurück: nach Tirol. 

Vorweg: Ob die 13 Iraker direkt aus dem abgebrannten Lager Moria stammten, konnten wir nicht gesichert eruieren. Sehr wohl aber viele andere Details aus der abenteuerlichen Geschichte. So meldete OBV online am Montag, dass am Tag davor 13 Iraker ohne Geld und ohne klares Ziel in die Bundesrepublik Deutschland einreisen wollten. Die Gruppe, bei der sich auch acht Minderjährige befanden, reiste mit dem Zug aus Rosenheim an.

Ticket für eine Richtung, kein Geld für Hotel oder Rückkehr

Im Zug wurden sie von den Grenzpolizisten kontrolliert. Sie wiesen sich mit griechischen Flüchtlingspässen aus. Alle Personen verfügten über Papiere, die sie zum Aufenthalt in Griechenland berechtigten. Die Beamten erfragten, dass es sich um zwei Familien handeln solle, die als Touristen zum Sightseeing nach München wollten. Für diese Stadt konnten sie aber keine Hotelbuchung vorweisen, ebenso verfügte keiner über Geld. Weder, um in München unterzukommen, noch um nach Griechenland zurückzukehren. Gebucht hatten sie nur in eine Richtung.

Wieder ausgewiesen – nach Österreich

Die Beamten kamen zum Schluss, dass sich die Gruppe illegal in Deutschland niederlassen wolle. Deshalb wurden die 13 Personen zurückgeschickt. Nein, natürlich nicht nach Griechenland – nach Österreich. Wochenblick fragte bei der zuständigen Landespolizeidirektion Tirol nach und erhielt auf die Frage, ob die Personen nun in Österreich um Asyl angesucht hätten, folgende Auskunft: „Die vier Erwachsenen und 8 minderjährigen irakischen Staatsbürger wurden von der deutschen Polizei an der Grenze zurückgewiesen. Sie konnten den Zweck der Reise offenbar nicht genug glaubhaft machen. Nach Überprüfung der Identitäten stellte sich heraus, dass alle Personen bereits über Aufenthaltstitel aus Griechenland verfügen und sich somit legal im Schengenraum bewegen. Sie wurden nach der Überprüfung aus der Polizeiinspektion entlassen.

Daraus ergeben sich einige Fragen: 

  • Sind die deutschen Grenzpolizisten nicht kompetent genug, um die Gültigkeit von Aufenthaltstiteln im Schengenraum zu beurteilen? Können österreichische Beamte das besser oder war es umgekehrt?
  • Sind die Personen nun in Österreich verblieben, da sie ja offenbar nicht über Geld verfügen, um wieder auszureisen? Oder irren sie nun als Obdachlose durch Tirol?
  • Wo ist eigentlich der dreizehnte Reisende, denn die deutschen Behörden sprachen stets von 13 Personen, die österreichische Polizei von 12?
  • Und zu guter Letzt würde es uns wirklich brennend interessieren, ob es sich um das erste Dutzend aus den Ruinen von Moria handelt, das auf der Suche nach einem passenden Sozialsystem ist?