An Schottlands Schulen wird es künftig das Pflichtfach „LGBTI“ (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle) an allen staatlichen Schulen geben. Damit sollen Homophobie bekämpft und Berührungsängste abgebaut werden.

Von Kornelia Kirchweger

Freie Geschlechtswahl für Volksschüler

Schottland ist damit weltweit das erste Land mit „LGTBI“ als Pflichtfach. „Unser Bildungssystem muss jeden unterstützen, sein volles Potential auszuschöpfen“, sagte Schottlands Bildungsminister John Swinney.

„Darum ist es auch so wichtig, dass der Lehrplan genauso vielfältig ist wie die jungen Menschen, die in unseren Schulen unterrichtet werden.“ James Morton, Manager der schottischen Transallianz sagte, Volksschulkinder sollen wissen, dass sie sich keinem Geschlechter-Stereotyp anpassen müssen.

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LGBTI-Phobie muss bekämpft werden

Ziel des neuen Unterrichtsfaches für drei- bis 18-jährige laut BBC: Die mit LGTBI verbundenen Begriffe und Identitäten der Betroffenen verstehen sowoe LGBTI-Personen richtig verstehen und als gleichwertig betrachten.

Außerdem sollen Schüler erfahren, was Homophobie, Biphobie und Transphobie bedeutet und diese Phänomene überall bekämpfen. Weitere Ziele: Über Vorurteile gegen betroffene Gruppen und die Geschichte der LGBTI-Bewegung Bescheid wissen. Auch berühmte Persönlichkeiten, die in die Gruppe fallen, sollen genannt werden.

Monumentaler Sieg für „Inklusive Bildung“

Die schottische Regierung hat diesen Beschluss auf Empfehlung der Arbeitsgruppe „Time for Inclusive Education“ (es ist Zeit für inklusive Bildung) gefasst.

„Das ist ein monumentaler Sieg für unsere Kampagne und ein historischer Moment“, sagte Jordan Daly, vom Inklusions-Arbeitskreis. Es sei eine starke und klare Botschaft der Wertschätzung an junge LGBTI-Menschen.

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Kritik von Kirchenvertreter: einseitige Indoktrinierung

In Schottland wurde das Verbot der Homosexualität erst 1980 aufgehoben. Bis dahin galt die „Section 28“ Bestimmung, die es örtlichen Behörden und Lehrern untersagte, Homosexualität zu propagieren.

Die euphorische Ankündigung von Bildungsminister Swinney wurde nicht von jedem begrüßt. David Robertson, Priester der Freien Kirche St. Peter ist strikt dagegen. Denn diese Regelung führe zu einer einseitigen Indoktrinierung der Kinder und das sei das genaue Gegenteil von Gleichheit.