Der enorme Zuwachs an Plastikmüll, der durch die explosionsartig gestiegene Nachfrage nach Einweg-Schutzausrüstung zustande kommt, stellt ein riesiges Problem dar. Besondere Gefahr geht dabei von den Schutzmasken aus. Sie landen im Meer und über Umwege schließlich auf unseren Tellern. Ein Gesundheits- und Umwelt-Super-GAU droht.

Von Christoph Uhlmann

Nach einem Bericht der Europäischen Umweltagentur hat die Corona-Krise zum „plötzlichen Anstieg der weltweiten Nachfrage nach persönlicher Schutzausrüstung wie Masken, Handschuhen, Roben und Desinfektionsmitteln in Flaschen“ geführt. Durch die Umstellung in der Gastronomie auf Take-away und Lieferservice in zumeist Einweg-Kunststoffbehältern und den verstärkten Online-Handel hat sich der zuvor rückläufige Trend bezogen auf den anfallenden Plastikhausmüll umgekehrt. Etwa 10 Prozent mehr Kunststoffabfälle landen seither in den Gelben Tonnen, laut einer Umfrage von Plastics Europe. Der Plastikmüll, der nicht den Weg in die Tonne findet, könnte sich zu einer regelrechten Öko-Katastrophe auswachsen. 8 Millionen Tonnen Plastik landen Schätzungen der UNO aus 2018 zufolge jährlich im Meer. Seit Beginn der Corona-Krise stieg der Plastikverbrauch auch weltweit um ca. 10 Prozent an. 43 Milliarden monatlich verwendete Plastikflaschen, zum Teil für Desinfektionsmittel, machen einen Gutteil davon aus. Zusätzlich gelangen seit Corona 4.680 bis 6.240 Tonnen an chirurgischen Gesichtsmasken in die Weltmeere, wie die Umweltschutzorganisation OceansAsia berichtet. Unvorstellbare 129 Milliarden Masken werden weltweit monatlich verwendet. Das sind drei Millionen pro Minute, glaubt man aktuellen Studien. Greenpeace geht davon aus, dass es bis zu 450 Jahre dauert, bis diese abgebaut sind.

Tote Tiere

Die „Symbole“ des Corona-Wahnsinns bewirken wachsende Müllberge, verstopfen Abwasserkanäle und wenn sie in der Umwelt, Gewässern und den Weltmeeren landen, werden sie zuerst eine Gefahr für Tiere, die sie versehentlich fressen. In den Mägen von Füchsen, Wildschweinen, Hunden, Katzen und Delfinen wurden schon Masken oder Plastikteile gefunden. Viele dieser Tiere mit Plastikteilen im Magen oder den Verdauungsorganen sterben qualvoll daran. „Schon jetzt steht fest, dass Wildtiere durch Covid-19-Müll zu Opfern der Pandemie werden“, lautet das traurige Resümee des Vorstands der Deutschen Wildtier Stiftung, Prof. Dr. Klaus Hackländer, der auch bildhaft beschreibt, wie kleine Fische in achtlos weggeworfenen Einweghandschuhen zappelnd um ihr Leben kämpfen. Auch verschiedenste Vögel, deren Beine sich in den Gummibändern verheddern, werden bewegungsunfähig und verenden ebenfalls grausam.

Nanopartikel

Aber es wird leider noch schlimmer. Ein Recycling der Mund-Nasen-Schutzmasken ist nicht möglich. Die aus Kunststoff-Mikrofasern gefertigten „Gesichtsschleier“ zerfallen in mikroskopisch kleine Teilchen und gelangen in die Nahrungskette. Diese Mikroplastik-Partikel landen dann also irgendwann in unserem Essen. Die beim Zerfall von Masken und Plastik freigesetzten Giftstoffe werden von Pflanzen aufgenommen und von Pflanzenfressern bis zu fleischfressenden Tieren immer höher im Fleisch und Fett konzentriert und damit sozusagen zur unfreiwilligen Giftbeilage am Teller.

Gefahren für Menschen

So konnte gezeigt werden, dass zum Beispiel das bei Köchen beliebte Fleur de Sel unter den Meersalzen eine besonders hohe Partikelbelastung aufweist. Die „Studie Plastik in Fischen und Meeresfrüchten“ hat 2019 Stichproben aus dem Hamburger Fischhandel untersucht und Mikroplastik-Partikel in Muscheln, Austern und Heringen nachgewiesen. Eine weitere Studie belegte Entzündungsreaktionen und Verhaltensveränderungen in Fischen und Einsiedlerkrebsen, und bei belasteten Wasserflöhen wurde nach vier Generationen das Aussterben beobachtet. Dass sich diese mikroskopisch kleinen Partikel auch in der menschlichen Plazenta anlagern, lässt daher genauso Schlimmes befürchten wie die Tatsache, dass sie die Blut-Hirn-Schranke passieren und damit ins Gehirn gelangen können.

Corona-Müll in Österreich

„Wir wissen, dass Einwegmasken wie anderer Plastikmüll auch schädliche chemische und biologische Substanzen wie Bisphenol A, Schwermetalle sowie krankheitserregende Mikroorganismen ansammeln und freisetzen können“, wird der Wissenschaftler der Universität Süd-Dänemark, Elvis Genbo Xu, der sich mit Umweltgiften beschäftigt, auf der Webseite von Children‘s Health Defense zitiert. Die Tragweite der Auswirkungen dieser sich anhäufenden, teils hormonell aktiven Substanzen auf Menschen und Tierwelt ist noch nicht abzusehen. Der erwähnte Stoff Bisphenol A kann zum Beispiel die Fortpflanzungsfähigkeit von Lebewesen ebenfalls massiv verringern und die Giftigkeit von Schwermetallen ist ohnehin bekannt. Die Corona-Krise wird uns von Mainstream-Medien und Regierungen als Gesundheitskrise verkauft. Die viel gefährlicheren Auswirkungen für Pflanzen, Tiere und Menschen werden aber wohl erst auf uns zukommen.

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