Sein Preis schwankte in den letzten Jahren extrem. Seine Bedeutung für die Weltwirtschaft ist ungebrochen hoch. Seine Rolle in unserem täglichen Leben ist größer, als man auf den ersten Blick sieht – das liebe Erdöl.

Bei den größeren kriegerischen Auseinandersetzungen der letzten Jahrzehnte ging es häufig um den Zugang zu Ölquellen. Warum ist das schwarze Gold so begehrt? Es wurden zwar einige alternative Energieformen entwickelt, doch bis sich eine dieser Formen zu einem flächendeckenden Öl-Ersatz entwickelt hat, werden noch viele Jahre ins Land ziehen. Öl und Ölnebenprodukte kommen nicht nur in der Treibstoffproduktion zum Einsatz, sondern auch in unserem Haushalt in Form von Wasch- und Reinigungsmitteln, Sonnencreme, Seifen, Kosmetika, Plastikprodukten und vielem mehr. Öl ist somit zum einen entscheidender Wirtschaftsfaktor, zum anderen strategischer Faktor. Kontrolle über das Öl bedeutet wirtschaftliche und politische Macht.

Wer das Öl hat, hat das Sagen

Erdöl ist kein erneuerbarer Rohstoff und somit begrenzt auf der Erde vorhanden. Je weniger vorhanden ist, desto größer wird seine Bedeutung solange kein adäquater Ersatz verfügbar ist. Wer die Ölreserven kontrolliert, kontrolliert die Welt. Kampfjets fliegen mit Kerosin, Panzer fahren mit Diesel. Durch höhere Fördermengen kann der Preis gedrückt werden, was stark ölabhängige Staaten in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringt. Steigt der Ölpreis, zahlen sich auch teure Förderverfahren, wie die Gewinnung von Erdöl aus Schiefersand, Fracking oder Tiefseebohrungen wieder aus. Der Ölpreis scheint in den letzten Jahren immer mehr durch Politiker gesteuert worden zu sein, als durch wirtschaftliche Faktoren.

Die Entwicklungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass sich der Ölpreis innerhalb weniger Monate verdreifachen kann, sich aber auch mehr als halbieren kann. Warum kommen diese Änderungen nicht so deutlich an der Zapfsäule an? Das liegt daran, dass es beim Kraftstoffpreis in Österreich fixe Teile, wie die Mineralölsteuer pro Liter gibt. Hinzukommen z.B. Vertriebskosten. Je nach Ölpreis macht der Steueranteil am Benzinpreis einen größeren oder kleineren Anteil aus. Somit kommen sowohl Ölpreiserhöhungen, als auch Ölpreissenkungen gedämpft an der Zapfsäule an. Autofahrerclubs kritisieren immer wieder, dass Mineralölkonzerne Preissteigerungen schnell umsetzen und Preissenkungen langsam. Am Ende zahlen wir Konsumenten.

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Dr. Herbert Samhaber
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