Die Schweden wurden heftig verunglimpft, als sie sich weigerten, der großen Masse jener Nationen zu folgen, die wie besessen auf den Lockdown hinsteuerten. Die Modellierer, welche den Lockdown als notwendigen Schritt erachteten, behaupteten, dass Schweden ca. 100.000 zusätzliche Todesfälle erleiden würde, also das Doppelte seiner normalen jährlichen Ziffer.

Von Nick Hudson

Tagtäglich erschienen Artikel, vor allem im britischen Guardian, welche die Verantwortlichen als Mörder beschimpften, aufgrund des unvermeidlichen Massakers, zu dem es angeblich kommen würde, sollten es sich die Schweden nicht anders überlegen.
Es stand viel auf dem Spiel. Durch die Übernahme der Lockdown-Philosophie aus China führte fast die gesamte Welt ein gefährliches Experiment durch. Dabei wurden alle gesundheitspolitischen Richtlinien für die Bekämpfung von Atemwegsviren, wie sie bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem amerikanischen Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC) und anderen vorlagen, einfach ignoriert.

Zweifelhafte Grundlagen

Dabei handelte es sich um die Resultate von Forschungs- und Untersuchungsaktivitäten eines ganzen Jahrhunderts, die summarisch missachtet wurden, als das Virus erstmals auf die Bühne trat. Die theoretisch notwendigen Beweisverfahren, um diese bestehenden Richtlinien zu überarbeiten, waren im Detail definiert, wurden aber ebenfalls gänzlich ignoriert.
Die Grundlage für diesen drastischen Schritt war einzig und allein die Behauptung von Bruce Aylward von der WHO, dass die strikte chinesische Quarantänestrategie die Epidemie tatsächlich erfolgreich eingedämmt hätte. Dies wiederum basierte auf der Spekulation, dass jeder einzelne Mensch anfällig für Covid-19 sei, und dass ohne einen Lockdown die Ziffern der Erkrankungen und Todesfälle exponentiell ansteigen würden. Es handelte sich dabei um eine merkwürdige Annahme. Seit Februar 2020 war bekannt, dass das Virus SARS-CoV-2, das bei empfänglichen Personen die Erkrankung „Covid-19“ verursachte, sehr eng mit anderen, zum Teil weit verbreiteten Coronaviren verwandt war. Deshalb war es von Anfang an äußerst unwahrscheinlich, dass es sich dabei um ein Virus handelte, das vom menschlichen Immunsystem als völlig neuartig gesehen würde.

Weniger Todesfälle

Doch Schweden ließ sich nicht zum Lockdown überreden und wurde so zu einem der spannendsten Kontrollexperimente in der Geschichte der Menschheit. Doch es kam nicht zu 100.000 Todesfällen mehr als in einem normalen Jahr. Nicht einmal annähernd. Was stattdessen passiert ist, ist in der nebenstehenden Grafik dargestellt. Egal, ob man einer der Lockdown-Fanatiker war, die Trendlinien mit über 8.000 überzähligen Todesfällen prophezeiten, oder ein Skeptiker, der die extrem niedrige Sterberate im Jahr 2019 als Grund für die Übersterblichkeit dieses Jahres sah… die Realität versetzte der Lockdown-Theorie und den Modellen zu dessen Rechtfertigung einen verheerenden Schlag!
Wie sich herausstellte, war Covid-19 im untersuchten Zeitraum weit weniger tödlich, als die Modellierer vorhergesagt hatten; auf die von ihnen so hoch gepriesenen Lockdowns war dies aber gewiss nicht zurückzuführen. Schweden hat eindeutig bewiesen, dass die Entscheidung, das Land offen zu belassen, ganz und gar keinen Völkermord darstellte.
Die Liste der Schäden durch die Lockdowns war dagegen mehr als vorhersehbar und für alle deutlich zu erkennen. Angesichts dessen versuchten einige der Modellierer dann zu argumentieren, dass die Schließung von Geschäften und Schulen, die Quarantänen und Hausarreste weniger verheerend waren als eine unkontrollierte Epidemie.

Statistische Tricksereien

Viele von ihnen verwendeten als „Joker“ den Trick des paarweisen Vergleichs und verglichen Schweden mit sorgfältig ausgewählten skandinavischen Nachbarländern, nämlich jenen, wo eine geringe Übersterblichkeit zu beobachten war. Was dabei komplett ignoriert wurde, war, dass die Trendlinien solcher Länder genau gleich verliefen wie jene des schwedischen Territoriums mit Ausnahme von Stockholm, wo es zu den meisten schwedischen Todesfällen gekommen war, und dass es bei ähnlichen Paarungen – z. B. Peru und Brasilien – zu einen gegensätzlichen Resultat gekommen war.

Todesursachen ignoriert

Einige konzentrierten sich auf die offiziellen Covid-19-Todesfälle in Schweden, obwohl dort alle Pflegeheim-Todesfälle innerhalb von 30 Tagen nach einem positiven Test als Covid-19-Opfer gezählt wurden. Bei dieser Vorgehensweise wurde die tatsächliche Ursache des Todes völlig ignoriert; dass diese Ziffern übertrieben waren, war ganz klar ersichtlich, wenn man sich die niedrigere Übersterblichkeit vor Augen führte. Andere wiederum hielten sich bei der Stereotypenbildung ganz und gar nicht zurück und behaupteten sogar, dass Schweden im ewigen „Lockdown“ lebte, durch die distanzierte und folgsame Natur seines Volkes.
Bis zu diesem Punkt handelte es sich um wenig wirksame, aber wenigsten faire Angriffsstrategien. Etwas verdächtiger dagegen war eine höchst aktive Facebook-Gruppe, die sich dem Lobbying in Kreisen von Politikern und Beamten widmete, um diese dazu zu bringen, Schweden für seinen unabhängigen Geist zu „bestrafen“. Was aber sicherlich stimmt, ist, dass der direkte Weg zur Herdenimmunität den Schweden dabei helfen wird, keine Quelle für Infektionen und neue Varianten zu sein. Von anderen Seiten wurde immer wieder behauptet, dass Schweden eigentlich schon eine Art „Lockdown“ gemacht habe, oder, was eigentlich das Ziel gänzlich verfehlt, dass sie kurz davor standen, diesen Weg einzuschlagen, und somit ihren Fehler bereits zugegeben hätten.
All dies soll uns als Erinnerung dienen, dass die politische Reaktion in Sachen Covid-19 sehr wenig mit der Wissenschaft, und viel mehr mit Ideologien zu tun hat. Die Lüge und der Fehlglaube, dass Lockdowns die Lösung aller Probleme wären, verbreitete sich wie eine soziale Epidemie und besteht nach wie vor unter einer gelähmten Bürgerschaft, bestärkt durch ideologische Meinungsmacher, die immer noch exzessive Modelle als alternative „Was-wäre-wenn“-Szenarien heranziehen. Fälschlicherweise folgerten viele Beobachter daraus, dass die Lockdowns tatsächlich viele Millionen Menschenleben gerettet hätten.

Beispiellose Massenhysterie

Um diese Behauptung zu widerlegen, muss man nur einen Blick auf Schweden werfen.
Pandemics Data & Analytics (Panda) argumentiert seit langem, dass Lockdowns moralisch nicht vertretbar seien und auf einer falschen Logik basierten. Eine Entscheidung zum Lockdown kann ohne Kosten-Nutzen-Analyse niemals als vernünftig angesehen werden. Doch keine der vielen Regierungen, die strenge Lockdowns implementiert haben, hat jemals etwas Derartiges veröffentlicht. Der Grund dafür kann nur sein, dass eine solche Studie das Konzept des Lockdowns als offensichtlichen Fehlschlag entlarven würde.
Die Lockdowns werden als Produkt einer pseudowissenschaftlichen Ideologie, einer beispiellosen Massenhysterie und Angstmacherei in die Geschichtsbücher eingehen. Uns allen werden sie als Erinnerung dienen, dass wir unsere Freiheiten gegen Politiker verteidigen müssen, deren Handeln einzig und allein von gezielter Panikmache und dem Streben nach mehr und mehr Macht und Autorität bestimmt wird.

Nick Hudson ist Aktuar und Mitbegründer von Pandemics Data & Analytics, kurz PANDA. Dabei handelt es sich um eine multidisziplinäre Gruppe, welche die menschlichen Kosten der COVID-19-Maßnahmen global analysiert, mit dem Ziel, schlechte durch gute Wissenschaft zu ersetzen.