zensur facebook islam

Im einst liberalen Schweden sind die „Netzhassprüfer“ („Näthatsgranskaren“) emsig am Durchforsten der sozialen Medien. Vor allem Rentner, die noch in einem freien Schweden aufgewachsen sind, bekommen jetzt häufig wegen „Hassrede“ in sozialen Medien saftige Geldstrafen.

Von Kornelia Kirchweger

Werbung

Politisch korrekte Diktatur

Der jüngste Fall einer 65-jährigen Schwedin, die sich abwertend über den Islam äußerste, weil sie selbst Opfer von Misshandlung durch eine Migranten-Gang wurde, lässt jetzt die Gemüter hochgehen.

Juristische Grundlage für Verurteilungen wegen „Hassrede“ ist das Gesetz „Hets Met Folkgrupp (HMF) – Hetze gegen Volksgruppen.

Der schwedische Infrastrukturminister Peter Eriksson (Grüne) hat jetzt im Fernsehen offen zugegeben, dass sowohl politische Parteien als auch Ministerien eine Hot Line zu Facebook haben, um rasch auf Inhalte reagieren zu können, die „für uns als problematische erachtet werden“.

3 Monate Gefängnis für 65-Jährige

Im September berichtete Samnytt über einen besonders drastischen Fall: die Schwedin Christina wurde zu 3 Monaten Gefängnis und 630 Euro Strafgeld verurteilt. Begründung: schwere Beleidigung von Menschen muslimischen Glaubens.

Christina gab an, sie musste sechs Polizeiverhöre über sich ergehen lassen, ihre Wohnung wurde durchsucht, ihr Telefon durchforstet, am Ende gab es einen 150 Seiten! langen Untersuchungsbericht.

Harte Strafe

Der Vorwurf: sie habe zwischen 2016 und 2017 acht Mal online herabwürdigende Äußerungen über Muslime gepostet. Das stamme nicht alles von ihr, sondern auch von einem Mitbewohner, gab sie an. Das Gericht glaubte ihr nicht.

Christina rechtfertigte ihre Abneigung gegen den Islam: sie sei von einer Migranten-Gang misshandelt worden, habe seither Angst, der Islam sei für sie keine Religion, sondern eine Ideologie.

Laut Samnytt sei die Strafe auch deshalb so hart, weil Christina eine davor verordnete, gemeinnütziger Arbeit verweigerte. Beobachter fragen sich, ob das strenge HFM-Urteil in Zukunft Schule macht.

Gründer der Netzhassprüfer ist verurteilter Tierquäler

Die von ihrem Computer ausgehenden Postings wurden von den „Netzhassprüfern“ aufgespürt. Hinter der Gruppe steht der Ex-Polizist und verurteilte Tierquäler Tomas Aberg.

Er ließ seine Tiere am Hof verhungern und verdursten. Aberg wird zunehmend kritisiert, weil er die Behörden mit Massen-Anzeigen bombardiert, auch bei nicht relevanten Fällen. Er wolle offenbar Angst erzeugen und damit jede Kritik an Immigranten im Keim ersticken.

HFM-Anzeige für „Alternative für Schweden“

Ein Polizeisprecher bestätigte gegenüber Samnytt, dass gegen den Sprecher der „Alternative für Schweden“ (AfS) wegen seiner Äußerungen auf einer Kundgebung in Malmö, Anfang September, eine HFM-Anzeige laufe.

AfS-Sprecher Gustav Kasselstrand hatte Malmö als Horrorbeispiel für eine „amoklaufende Multi-Kulti-Politik“ bezeichnet. Die Schweden seien schon eine Minderheit.

Kasselstrand stand bei seiner Rede vor einem Plakatständer, auf dem man den Screenshot einer Anzeigentafel vom Stockholmer Flughafen mit Abflugzeiten und Zielländern sieht. Destinationen sind u.a. Afghanistan, Somalia, Irak, Rumänien, Syrien, Eritrea, Türkei, etc.