Die Geschichte der Buren in Südafrika ist wechselhaft – und untrennbar mit ihrem Land verbunden, seit 1652 die erste holländische Proviantstation am Kap der Guten Hoffnung entstand, das spätere Kapstadt.

von Alfons Kluibenschädl

Damals stießen die Siedler auf fast menschenleeres Land, wenige eingeborene Nomaden lebten dort. Später gesellten sich andere Europäer, etwa vor Verfolgung fliehende Hugenotten, dazu. Einige suchten schon bald ihr Glück im Abenteuer und stießen ins Landesinnere vor, um dort Viehzucht zu betreiben.

Briten als Dauer-Intimfeind der Buren

Zum Daueraspekt entwickelte sich der Konflikt mit den Briten, die 1814 die Kapkolonie endgültig annektierten und Englisch als Amtssprache forcierten. Die Buren wanderten ab: Zigtausende beteiligten sich am „Großen Treck“ und wurden jenseits der Flüsse Oranje und Vaal heimisch.

Dort wartete kein Friede: Als sie auf Bodenschätze stießen, begann ein Gold­rausch – und ein neuer Konflikt, der im Zweiten Burenkrieg gipfelte. Dabei gingen die Briten mit großer Brutalität gegen die Buren vor, zündeten Farmen an und verfrachteten hunderttausende von ihnen in Konzen­trationslager.

Als die Apartheid kam

Trotzdem ging die Versöhnung schnell: Beide Ethnien bekamen gleiche Rechte, Afrikaans wurde zweite Amtssprache. Die wahlberechtigten Weißen waren zwar in der Minderheit, 1948 gewann aber die Nationale Partei auf dem Mandat der Buren, die stets gegen den ungeliebten Kriegseintritt waren, die Wahl.

Sie führte die „Apartheid“-Politik ein, teilte die Bevölkerung in drei Rassen: Weiße, Schwarze und Farbige; später kamen Inder als vierte Gruppe dazu. Alle bekamen eigene Institutionen – die Trennung war komplett, von Schulen bis zu Badestränden. Jede Gruppe sollte mittelfristig eigene „Homelands“ erhalten, tatsächlich waren Schwarze aber Bürger zweiter Klasse.

Dass Buren dieses umstrittene System mittrugen, lag auch daran, dass sozialer Aufstieg aus der Armut erstmals greifbar war. Einige zogen in die Stadt, verwirklichten sich in der freien Wirtschaft. Aber die internationale Gemeinschaft isolierte das Land immer mehr, ehe das offizielle Südafrika dem Druck nachgab und die Bestimmungen lockerte.

Schwarze Rachsucht folgt

Als erstmals alle Bürger zur Wahl zugelassen waren, gewann der Afrikanische Nationalkongress (ANC) als Nationalbewegung der Schwarzen die absolute Mehrheit. Doch das Versprechen vom multikulturellen Land verlief schnell im Sand. Auf dem Papier existieren elf Amtssprachen, in der Realität ist Südafrika hingegen weiter tief gespalten.

Viele Schwarze sannen zudem auf Rache und erkoren sich die Buren als ehemalige Dienstherren und Träger des gestürzten Systems zur Zielscheibe. Und Gelegenheit macht Diebe: Wenn schwarze Polizisten vom nächsten Farmermord erfahren und eher missmutig ermitteln, sind die Täter oft ohnehin schon längst über alle Berge …

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