Große Aufregung an der Linzer HLW Auhof: Dort erkrankte eine 18-jährige Schülerin an Tuberkulose. Jetzt werden 44 Schülerinnen und 22 Lehrkräfte untersucht. Sie haben rund acht Stunden durchgehend mit der Schülerin in einem Raum verbracht. 

„Tuberkulose ist eine über die Luft übertragbare Erkrankung,  durch Husten beispielsweise werden die Erreger in die Luft abgegeben. Eine erhöhte Gesundheitsgefahr ist nur für enge Kontaktpersonen in gewissem Maße möglich, deshalb werden die Kontaktpersonen von Erkrankten zu Röntgenuntersuchung und Tuberkulin-Hauttest eingeladen“, beruhigt Dr. Gabriele Kainz-Arnfelser, Leiterin des Gesundheitsservice des Magistrats Linz, im Interview mit „Wochenblick“. 

Der „Weiße Tod“

Sie gibt Entwarnung: „Es besteht definitiv keine erhöhte Ausbreitungsgefahr. Die Infektionsstatistik ist seit Jahren rückläufig beziehungsweise stabil.“ Doch Tuberkulose verläuft in anderen Ländern außerhalb Europas keineswegs harmlos. Laut der Weltgesundheitsorganisation starben 2014 rund 1,5 Millionen Menschen weltweit an der Infektionskrankheit. Sie zählt deshalb zur international am weitesten verbreiteten Infektionskrankheit.

Bei unseren Vorfahren war die Krankheit als „Schwindsucht“, „Weiße Pest“ oder auch als „Weißer Tod“ bekannt. Die Krankheit verlief oft tödlich, geheilt werden konnte sie kaum. Erst 1882 gelang es dem deutschen Mediziner Robert Koch, die Killer-Krankheit näher zu beschreiben, woraus eine erfolgreiche Behandlung entwickelt werden konnte. Dr. Kainz-Arnfelser: „Insgesamt ist es eine seltene Erkrankung. Die wichtigste Vorbeugung ist eine konsequente Behandlung der Erkrankten.“

Die klassischen Symptome seien  „Müdigkeit, leichter Husten, allgemeines Krankheitsgefühl“, warnt die Ärztin. Betroffene sollte sich umgehend an einen Arzt wenden. „Tuberkulose ist bei korrekter Einnahme der Therapie allermeist heilbar. Resistente Keime können die Behandlung fallweise komplizieren.“

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Stadt Linz ist gerüstet

Der Linzer Gesundheitsreferent und FP-Vizebürgermeister Detlef Wimmer will jetzt absichern, dass die Krankheit nicht weiter verbreitet wird. „Die städtische Abteilung Gesundheitsservice ist vor Ort und stellt sicher, dass jene Personen, die intensiven Kontakt mit der erkrankten Schülerin hatten, untersucht und bei Bedarf möglichst rasch behandelt werden können. Grund zur Annahme einer weiteren Erkrankung besteht derzeit jedoch nicht“, betont er gegenüber „Wochenblick“.

Nach der Ursache bzw. dem Infektionsherd werde noch gesucht. Zugleich sieht Wimmer die Stadt Linz gut für weitere Seuchen-Fälle gerüstet: „Das Gesundheitsservice ist derzeit fachlich sehr gut aufgestellt. Für die Zukunft sehen wir vor der Herausforderung, trotz Ärztemangel und relativ niedriger Bezahlung im öffentlichen Dienst gut geeignete und motivierte Ärztinnen und Ärzte zu finden. Tuberkulose-Ausbrüche lassen sich nicht ganz verhindern, können aber durch sofortiges Einschreiten (statt Abschwächen oder Vertuschen) im Zaum gehalten werden.“

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