matteo salvini

Nach dem Skandal rund um die „Sea Watch“, ausgelöst durch die deutsche Carola Rackete, spitzte sich die Lage vor Lampedusa erneut zu.

Italien verweigerte dem Schiff „Alan Kurdi“ der deutschen Organisation „Sea-Eye“ mit 65 Flüchtlingen an Board die Einfahrt in ihr Hoheitsgebiet. Nach anfänglichen Blockaden durfte das Schiff am Sonntag in Malta anlegen. Von deutscher Seite hieß es, man sei bereit einen Teil der Flüchtlinge bei sich aufzunehmen. Der Vorsitzende der Grünen Bundestagsfraktion, Anton Hofreiter, forderte gar die Aufnahme aller 65 Flüchtlinge nach Deutschland.

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Salvini erteilt Seehofer eine Abfuhr

In einem Brief forderte der deutsche Innenminister Horst Seehofer (CSU) den italienischen Innenminister Salvini auf, die Blockade für Flüchtlingsschiffe aufzuheben. „Wir können es nicht verantworten, dass Schiffe mit geretteten Menschen an Bord wochenlang im Mittelmeer treiben, weil sie keinen Hafen finden“.

„Ich appelliere daher eindringlich an Sie, dass Sie Ihre Haltung, die italienischen Häfen nicht öffnen zu wollen, überdenken“, fügte Seehofer hinzu.

Salvini ließ sich davon nicht beeindrucken. Er antwortete, dass er die Migranten eher per Bus direkt in die deutsche Botschaft in Rom fahren lassen würde. Seine Lega-Partei werde vorschlagen, die Strafen für Hilfsorganisationen, die trotz eines Verbots italienische Häfen ansteuern, auf eine Million Euro anzuheben.

Angebot der lybischen Küstenwache abgelehnt

Besonders absurd ist die Tatsache, dass „Sea-Eye“ das Angebot der lybischen Küstenwache, den Hafen von Sawija als sicheren Zufluchtsort anzulaufen, ablehnte.