Auch wenn er nun schon 21 Jahre nicht mehr unter uns weilt, so ist der Musiker und Komponist Prof. Werner Brüggemann nicht vergessen. Sein Name hat immer noch einen guten Klang, nicht nur in Oberösterreich, auch darüber hinaus. Er verstarb 61-jährig im August 1997 an Leukämie.

Ein Beitrag von Leo Walch

Bis zu seinem Tod war ich diesem wunderbaren Menschen, den ich 1978 kennen lernte, in Freundschaft verbunden. Ich war oft bei ihm in seinem Haus in Oberpuchenau, moderierte auch die Galas zu seinem 50. und 60. Geburtstag und wir waren noch drei Monate vor seinem frühen Tod gutgelaunte Gäste bei einer Akkordeonveranstaltung in Natternbach.

„Krachledernen“ in Linz

Akkordeonspielen konnte der gebürtige Hamburger Brüggemann, denn diese Fähigkeit hatte er bereits als junger Mann in schwäbischen Trossingen, der Heimat der Hohner-Harmonikas, studiert. Dort lernte er auch seine erste Frau, die Ottensheimerin Ingrid Campestrini kennen, mit der er nicht nur ein Akkordeon-Duo gründete. Er heiratete Ingrid auch, die ihn nach Oberösterreich „verschleppte“.

Dort sind ihm sofort die Leute mit der „Krachledernen“ aufgefallen. „Bis dahin habe ich gelaubt, dass solche Hosen nur in Heimatfilmen getragen werden, aber nicht im echten Alltagsleben von Linz“, staunte Werner bei seiner Ankunft im Jahr 1960. Dass er später noch sehr viel volkstümliche Musik für die sogenannten Lederhosenträger schreiben sollte, konnte er nicht wissen.

Mit dem Professoren-Titel geehrt

Das „Mühlviertler Land“, fast schon mehr Volkslied, wurde einer seiner größten Hits und wird heute noch gespielt. Ein anderes Werk heißt „Unser Österreich“. Brüggemann, der später österreichischer Staatsbürger wurde, war aber auch in anderen musikalischen Genres recht erfolgreich. Unter anderem komponierte er auch die Linzer Messe. Auch heute noch erhält Friederike Brüggemann, Werners dritte und letzte Frau, Tantiemen aus aller Welt. Werner hat ihr seine 2.400 Kompositionen hinterlassen.

Mit Friederike, die er nur Rieke nannte, war er bis zu seinem Tod sehr glücklich gewesen. Seine vielfach gerufene Bitte „Rieke, bring mal den Trester für unsere Gäste“ in seinem Haus in Oberpuchenau klingt allen früheren Besuchern noch heute im Ohr. Für seine Werke und für sein Wirken wurde Brüggemann, der auch Aufnahmeleiter beim ORF OÖ und Dozent an der Musikschule war, nicht nur mit dem Professoren-Titel geehrt, sondern auch mit vielen Ehrungen und Auszeichnungen, auch vom Land Oberösterreich, überhäuft.