Der französische unabhängige Senator, Jean Louis Masson, verglich während einer Senatsdebatte verschleierte Frauen mit „Halloween-Hexen“. Auslöser für seine Kritik war eine Schulreise, bei der einige begleitende Müttern einen Schleier trugen. Es sei ein Skandal, dass man Kinder dem Einfluss dieser religiösen Gegenkultur aussetze. Es hagelte umgehend Kritik und die Forderung nach Sanktionen.

Forderung nach Verbot

Der heftig kritisierte Vergleich Massons fiel während einer Diskussion über ein Gesetz, mit dem das Tragen religiöser Symbole von Eltern auf Schulreisen untersagt werden soll. Angestoßen hat die Diskussion eine Parlamentarierin, die Anfang Oktober eine Schulreise begleitete, bei der auch verschleierte Mütter dabei waren. Der Gesetzestext wurde zwar mit deutlicher Mehrheit im Senat angenommen, ob er auch im Parlament beschlossen wird, ist fraglich.

In seiner emotionalen Rede meinte Masson, dass diese Frauen zu Hause anziehen können, was sie wollen. Aber bei Schulreisen nicht. Man müsse dabei an die Kinder denken. Es gehe nicht an, dass sich diese Frauen nicht der französischen Gesellschaft anpassen. Wenn es ihnen hier nicht gefalle, können sie ja zurückgehen, wo sie herkamen. Das Video seiner Rede verbreitete sich in Windeseile in den sozialen Medien in Frankreich. Es wurde innerhalb von 12 Stunden 260.000 Mal angegklickt.

Einwanderung bringt religiöse Gegenkultur

Sanktionen gegen Massons sind allerdings schwierig. Er genießt parlamentarische Immunität und kann sich auf die Meinungsfreiheit berufen. Masson fiel schon früher mit provozierenden Worten auf. Im Oktober 2015 brachte er Einwanderung mit Terrorismus in Verbindung. „Die Einwanderung von heute ist der Terror von morgen“, sagte er damals. Es habe zwar früher auch Einwanderung gegeben, die kam aus Polen, Italien, Portugal. Aber diese Leute haben keine Probleme gemacht. Auch die Menschen aus Südostasien nicht. Früher habe die Einwanderung zur Assimilation geführt. Heute führe sie zu einer religiösen Gegenkultur.