Dass eine gepflegte Flatulenz, zum richtigen Zeitpunkt in Szene gesetzt, bisweilen sehr spaßig sein kann, wusste auch Harry, der seiner Großmutter, Königin Elisabeth II. im Jahr 2009 – also zu einer Zeit, als generell alles noch viel lustiger war – zu Weihnachten ein Furzkissen unter den Baum legte. Die Queen soll sich darüber sogar sehr gefreut haben. Zumindest kann es als sicher gelten, dass sie darüber mehr lachen konnte, als über die Scherze, die ihr Enkel heutzutage so treibt.

Ein satirischer Kommentar von René Rabeder

Ein Rind furzt 18.000 Autokilometer

Gar nicht lustig hingegen sind Darmwinde seit jeher bei Rindern. So ein Kuh-Pups setzt nämlich vor allem das Treibhausgas Methan an die frische Weideluft. Und das ist sogar noch 21 Mal schlimmer als der Antichrist der Klima-Kirche der Heiligen Greta: CO2. Spätestens alle drei Minuten entweicht einer Kuh ein solcher Wind übrigens. In der klimaschädigenden Wirkung entspricht dies einem CO2-Ausstoß von nicht weniger als 18.000 gefahrenen Autokilometern. Und weil immer mehr Menschen immer mehr Fleisch essen, grasen und gasen auch immer mehr Rinder auf unseren Wiesen.

Fastenzeit für die Klimasäue

Doch die Lösung für dieses Problem ist im Grunde recht einfach: Oma, die alte Umweltsau, soll zukünftig gefälligst weniger Fleisch essen. Zumindest im Heinrich-König-Seniorenzentrum im deutschen Bochum passiert das auch bereits. Der befohlene Fleischverzicht hat dort aber nichts damit zu tun, dass die Damen und Herren ob der Dritten Zähne im Mund ohnehin nichts Festes mehr beißen können. Nein, die greisen Bewohner werden nun auf eine CO2-Diät gesetzt. Bisher kommt ein einziger Oldie nämlich auf acht Tonnen CO2 pro Jahr. Das ist acht mal höher als es das Pariser Klimaabkommen vorsieht. Weil die Natur durch die Möglichkeiten der modernen Medizin den CO2-Fußabdruck der Senioren immer später von selbst komplett verwischt, müssen eben mutige Ideen her.

Wie also sieben Tonnen pro Jahr und grauem Kopf einsparen? Das Klima-Schutz-Team der Einrichtung in Bochum, also quasi eine Art Sondereinheit in Gretas Militär der Weltretter, hat einen Plan für das Projekt namens „Klimafreundlich pflegen“ entwickelt: Die Bratwurst soll künftig nur noch 100 statt 140 Gramm wiegen. Genial. Aber es kommt noch besser: In der Bolognese wird das Gehackte gleich überhaupt durch Gemüse ersetzt. Das merken die sowieso nicht mehr.

Ins Licht gehen, statt Licht anmachen

„Fleisch aber komplett wegzulassen, ist in dieser Generation leider schwierig“, hört man aus dem Heim. Natürlich gebe es immer welche, die da dagegen sind. Viele Bewohner würden sogar kritische Fragen stellen. Man muss ihnen die Idee dahinter gar immer und immer wieder gut erklären. Diese alten Sturköpfe. Aber nur dabei, beim Essen der Bewohner zu sparen, bleibt es freilich ohnehin nicht. „Das Bewusstsein für das Thema Klimaschutz ist auch bei den Mitarbeitern gestiegen“, erklärt die Bochumer Hauswirtschaftlerin. Man überlege jetzt auch zum Beispiel vorher, ob das Licht wirklich an bleiben müsse.
Ja, fürs Klima muss man den alten Menschen eben bei Zeiten mal das Licht ausknipsen. Hilft ja nichts.