Der österreichische Privatsender Servus TV hob sich bereits im Vorjahr deutlich von anderen Fernsehsendern ab, indem er in zahlreichen seiner Formate auch die vielzitierte andere Seite zu Wort kommen ließ. Inmitten der Welt des medialen Gleichklangs stellt die am 18. Februar 2021 ausgestrahlte Reportage „Geächtet und ausgegrenzt – Die Corona-Kritiker!“ nun ein weiteres journalistisches Highlight dar.

Von Siri Sanning

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Link zur Doku: https://www.servustv.com/videos/aa-26fsegu4w1w11/

Die Diffamierung der Protestierenden

„Heutzutage ist jeder ein Rechtsextremer, der mit der Regierung nicht einverstanden ist,“ kritisiert Demoorganisator und ‚Honk for Hope‚-Gründer Alexander Ehrlich im Interview die Diffamierung all jener, die aus Sorge um Freiheit, Demokratie und Grundrechte den Weg zu einer „Corona-Veranstaltung“ gefunden haben. Abschreckende Randgruppen werden dabei in den Vordergrund gerückt, politisch wird ein harter Kurs gefahren, die Ablehnung von Versammlungen wird medial verlautbart.

Der bayerische Ministerpräsident Söder und Florian Herrmann, Leiter der bayerischen Staatskanzlei, teilen die Einschätzung, dass ein kleiner Teil der Protestierenden sich radikalisieren und den selbst auferlegten Widerstandsauftrag gewaltsam umsetzen könnte. Sie halten den Verweis auf terroristische Vereinigungen für legitim und sprechen in diesem Zusammenhang von einer „Corona-RAF“.

Ein Vergleich, der für den deutschen Autor und Journalisten Heribert Prantl nur in einem einzigen Punkt akzeptabel ist: 1968 lösten Gesetzesnovellen ebenfalls Protestwellen aus. Die Kompetenz des Bundes in Notsituationen sollte damals ausgeweitet werden. Ein Mitglied dieser Protestbewegung war der Anführer der später gegründeten Roten Armee Fraktion RAF.

„Wer die Grundrechte verteidigt, ist ein Verteidiger der Grundrechte, nicht irgendein suspektes Objekt und Subjekt. Und wenn bei Demonstrationen Rechtsradikale mitlaufen, dann müssen die aufrechten Demokraten versuchen, sich von denen zu distanzieren. Aber es macht die Proteste nicht fragwürdig,“ kommentiert Prantl das gezielte Diskreditieren der Widerstandsbewegungen. Er warnt davor, sich an die Einschränkungen zu gewöhnen und kann die „No-Covid“ Ambitionen der Linken nicht nachvollziehen: „Ich weiß nicht, wie man auf einen solchen Unsinn kommt. „No-Covid“ in Form des brutalen, wochenlangen Lockdowns heißt „No Grundrechte“. Und das ist in einem Staat, wo Grundrechte gelten, nicht statthaft.“

Das Mundtot-Machen

Die Wiener Politologin Dr. Sonja Vesely, Initiatorin der Kampagne „Ich lasse mich nicht mundtot machen!“, kritisiert die undemokratische Befehlsausgabe der Regierung und warnt vor diktatorischen Zuständen. Es ist fatal und demokratiepolitisch gefährlich, dass jeder, der sich maßnahmenkritisch äußert, mundtot gemacht wird, betont sie mit besonderem Verweis auf die Ärzte.

Die „Auslastung der für Corona-Patienten bereitgestellten Normal-und Intensivbetten in Österreich seit April, Stand 2. Februar 2021“ zeigt, dass nur 32% belegt sind. Das Gesundheitsministerium bestätigt darüber hinaus, dass 43% aller österreichischen Covid-Toten in Alters- und Pflegeheimen zu beklagen sind.

Für Dr. Alexandra Koller, Ärztin im burgenländischen Jennersdorf, ist die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen nicht gegeben. Sie vermisst eine wissenschaftliche Debatte unter Ärzten verschiedener Fachrichtungen und errechnete in ihrer Tätigkeit als Amtsärztin für den Zeitraum von März bis Ende November 2020 eine Covid-19-bedingte Letalitätsrate von 0,01% in dem von ihr betreuten Bezirk. Nach ihrem Schritt in die Öffentlichkeit – sie sprach auf einer „Corona-Veranstaltung“ – wurde sie dienstfrei gestellt. Ein Disziplinarverfahren ist anhängig.

Ihre Kollegen Dr. Andreas Sönnichsen, Dr. Katharina Rösch sowie Dr. Michael Spitzbart sehen sich ebenfalls massiven Repressalien ausgesetzt. Letzterer erinnert daran, dass bereits in der Vergangenheit mehrfach versucht wurde, „Epidemien“ loszutreten – stets ohne oder mit lediglich geringer Anzahl an Todesopfern, dafür aber mit umso mehr Geldern für Medikamente bzw. Impfstoffe: BSE, Vogelgrippe (Tamiflu), Schweinegrippe (Pandemrix).

Er sieht die eskalierende Medienberichterstattung verantwortlich für eine völlig fehlgeleitete Risikoeinschätzung seitens der Bevölkerung: In einer vom Max Planck Institut für Bildungsforschung durchgeführten Studie hatten 26% von 6.000 Befragten angegeben, zu erwarten, innerhalb eines Jahres schwer an COVID-19 zu erkranken. Realistisch wären 0,3%.

Spitzbart kritisiert den einseitigen Fokus auf COVID-19, als existierten keine anderen Krankheiten mehr. Auch in der Vergangenheit waren Intensivstationen ausgelastet, Betten am Gang keine Seltenheit. Er hofft, dass die Menschen trotz der medialen Berichterstattung – Schutzanzüge wie bei Ebola, etc. – bald wieder Vertrauen in sich selbst, in ihr körpereigenes Immunsystem fassen werden.

Grundrecht auf Versammlungsfreiheit am politisch gefährlichsten

„Der informierte Untertan ist der Feind des autoritären Regenten,“ betont die seinerzeit fristlos entlassene Spitalsärztin Dr. Konstantina Rösch. Sie spricht von einem schändlichen Angriff auf die Gesellschaft, von einem Verbrechen. Gemeinsam mit Rechtsanwalt Dr. Roman Schiessler organisiert sie sogenannte Corona-Sprechstunden, um Interessierte über medizinische und juristische Gegebenheiten aufzuklären. Das Versammlungsrecht ist von allen Grundrechten das politisch gefährlichste und für Regierende stets das größte Problem, erklärt Schiessler. Aus diesem Grund war es auch das am meisten umkämpfte: „Da trifft man sich, diskutiert und versucht, Änderungen herbeizuführen.“ Für beide steht fest, dass sie trotz aller Diskreditierungen den eingeschlagenen Weg beibehalten werden.

Wie ein Hund, der erzogen werden soll

Die Fronten verhärten sich zunehmend. Viele Medien werden als Sprachrohr der Regierung verwendet. Unter den Demonstranten befinden sich viele Bürger, die ihre Freiheitsrechte zurückfordern. Der Psychologe, Mentalcoach und Experte für Verhaltenssteuerung Dr. Roman Braun sieht die Gefahr einer Autokratie heraufziehen. Er beobachtet die schleichende Abschaffung der Demokratie seitens der Politik und analysiert die Zutaten, die es für die Etablierung autokratischer Machtstrukturen braucht.

Im Vordergrund steht eine Retter-Dynamik, welche das Vorgehen als solches legitimieren soll. Hinzu kommt eine gewisse Willkür, die eine Untertanenmentalität bei den Menschen herbeiführt, eine Habt-Acht-Stellung: „Wie ein Hund, der erzogen werden soll. Er schaut permanent auf’s Herrl – was darf ich gerade, was darf ich nicht?“ Dieser Unsicherheit / Untertanenhaltung, welche die Steuerung der Menschen erleichtert – unterlegt mit Isolation, Restriktionen und seltsamen Regeln, die nicht klar sind – werden ab und zu Gefälligkeiten hinzugefügt. Ein sehr wichtiges Element, denn dadurch bleiben die Menschen in der Hoffnung: die Wiederauferstehung zu Ostern; ein würdiges Weihnachtsfest; im Sommer ja natürlich usw. Durch diese gönnerhaft dargebotenen Gefälligkeiten wird die Untertanenmentalität bei den Menschen weiter fixiert, weil dem einzelnen klar wird: „Das ist gar nicht so schlecht. Ich krieg ja auch.“

Diese Haltung ist immens gefährlich, weil sie die Betroffenen weniger selbständig macht, betont Braun. Der Lockdown ist ohne jeden vertretbaren Ansatz, die Intensivbettenauslastung unter 30%. Das faktenbasiert nicht argumentierbare „Wir müssen auf eine 50 Fälle 7 Tages Inzidenz runter“ bedeutet vereinfacht „Wir brauchen Schikane, bis die Impfung funktioniert. Bis wir ans Impfen gewöhnt sind.“

Propaganda, Medien und selbstgewähltes Gefängnis

Für den Experten ist nun klar bewiesen, dass Weltbilder durch bloße Propaganda verändert werden können. Diese muss dabei nicht einmal besonders faktenbasiert sein. Er weist darauf hin, dass sowohl deutsche als auch österreichische Politiker inzwischen offen gesagt haben, dass derartige Veränderungen durch bloße Verordnungen nicht möglich gewesen wären und man habe sich der Hilfe der Leitmedien bedient, um sie durchsetzbar zu machen.

Hinter dem Handeln der Regierung steht ein manipulatives Verhalten, welches zwei Gruppen erzeugen soll, die sich gegenseitig anprangern, erläutert Dr. Braun. Er verweist auf ein bekanntes, erstmals bei amerikanischen Ureinwohnern gut analysiertes psychologisches Phänomen. Die Native Americans waren seinerzeit gespalten worden in sehr stammestreue, den alten Ritualen folgende Vertreter und solche, die sich der Lebensweise des weißen Mannes anpassten. Letztere, so Braun, verurteilten ihre Brüder und Schwestern im Endeffekt mehr als die Weißen. Dies deswegen, weil sie nicht verzeihen konnten, dass die anderen nicht bereit gewesen waren, den gleichen Preis zu bezahlen wie sie selbst.

„Die Maßnahmenbefürworter gehen in den Schmerz, verdrängen ihre Dissonanzen und sind jenen böse, die das nicht machen. Die ohne Maske und ohne Abstand gehen und sagen, es ginge auch anders,“ führt der Psychologe aus. „Das selbstgebaute Gefängnis ist das, das am meisten schmerzt. Und demjenigen, der da nicht hineingeht, bin ich dann am meisten böse.“

Die Unternehmer

Die Kollateralschäden werden immer sichtbarer. Laut der Statistikbehörde Eurostat erleidet Österreich den stärksten Wirtschaftseinbruch in der EU. Die österreichische Nationalbank beziffert den geschätzten Verlust des Bruttoinlandsprodukts durch die Coronakrise mit insgesamt 30,1 Milliarden Euro. Die Akzeptanz gegenüber den massiven Einschränkungen sinkt, für viele Österreicher ist der Zustand existenzbedrohend.

„Die Chance, dein Leben zu bestreiten, Geld zu verdienen, wird dir genommen. Du hast aber trotzdem die Kosten,“ sieht sich eine Boutiquenbesitzerin aus dem niederösterreichischen Pöchlarn von der Bundesregierung ihrer Zukunft beraubt. Sie gibt zu bedenken, dass auch das Gesundheitssystem steht und fällt mit Menschen, die Arbeit haben und dessen Finanzierung ermöglichen. Ohne Unternehmen wird die Sterblichkeitsrate mehr denn je anwachsen, ist sie überzeugt. Außerdem gilt es, Alte zu schützen und ihnen Selbstbestimmung zu ermöglichen, anstatt sie einsam zugrunde gehen zu lassen.

Prof. Dr. Sucharit Bhakdi

Auch der Infektionsepidemiologe Prof. Dr. Sucharit Bhakdi sieht hinter dem politischen Handeln eine verheerende Strategie und in der Vorgehensweise der Regierung den Willen, allen Menschen auf perfide Weise Angst zu machen. Kollegen, welche sich dieser Strategie anschließen, erfüllen seiner Ansicht nach ihren ärztlichen Auftrag nicht, da dieser unter anderem darin besteht, Menschen Angst zu nehmen anstatt sie zu schüren.

Die Aufregung ob der Mutationen kann Bhakdi nicht nachvollziehen. Mutationen machen ein Virus nicht gefährlicher, erklärt er. Coronaviren mutieren seit Menschengedenken und werden damit auch nicht aufhören. Eine Grundregel der Virologie lautet zudem: je ansteckender ein Virus ist, desto ungefährlicher ist es. „Man sollte sich mit den wichtigeren Dingen des Lebens beschäftigen.“

Freie Meinungsäußerungen und Grundrechte müssen auch in einer Krise der Leuchtturm einer Demokratie sein. Dr. Bhakdi betrachtet es als Bürgerpflicht und als seine Pflicht als Arzt, aufzustehen, wenn Unrecht geschieht. Er würde jederzeit wieder so handeln, wie er es getan hat, stellt er entschieden fest.

Anmerkung:

Die fallweise wörtliche Übernahme von Formulierungen aus der Reportage ist der Absicht geschuldet, ihren Inhalt in einem Überblick möglichst getreu wiederzugeben.

 


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