Nach 2015 häuften sich in der Berichterstattung Fälle von Vergewaltigungen oder Grapschattacken durch Migranten. Erst kürzlich verging sich in Deutschland etwa ein syrischer Kindergarten-Praktikant an einem Kindergarten-Mädchen – Wochenblick berichtete. Weiter für Schlagzeilen sorgte auch der Fall eines Sudanesen, der eine junge Schwedin vergewaltigte und den Gastgeber einer Feier ermordete. 

Auch in heimischen Medien trat seit Jahren eine Häufung von Berichten über derartige Taten auf. Eine Studie ging der Frage im Hinblick zumindest auf die österreichische Situation nach und lieferte bereits vor einigen Wochen eindeutige Zahlen – und auch geradezu skurrile Rechtfertigungsversuche. Sexuelle Gewalt ist für das Opfer immer eine traumatische Erfahrung, auch wenn einige, wie die Kulturwissenschafterin Mithu Sanyal, versuchen, das durch den Euphemismus „Erlebende“ (statt „Opfer“) abzuschwächen.

Afghanen besonders häufig vertreten

Doch wie ist es wirklich um die sexuelle Gewalt durch Migranten bestellt, über die so viel in den Medien berichtet wurde? Im „Standard“ kamen dazu der Psychotherapeut Jonni Brem, der für die Männerberatung arbeitet, und die Leiterin des Instituts für Konfliktforschung Birgitt Haller zu Wort.

Fakt ist, dass die Zahl der Vergewaltigungen, die angezeigt wurden, 2016 von 688 auf 782 anstieg – vier Fünftel des Zuwachses sind auf Asylwerber zurückzuführen. 2016 kamen auf 45.259 Afghanen 64 Anzeigen wegen Vergewaltigung, 54 davon betrafen Asylwerber. Wochenblick berichtete bereits im September über die Dokumentation des eklatanten Anstiegs.

Asylwerber bei Verdächtigen „massiv überrepräsentiert“

Auf die annähernd so zahlreich vertretenen Syrer, die zweite große Flüchtlingsgruppe seit 2015, entfielen lediglich 17 Tatverdächtige, auf die viermal so zahlreichen Deutschen im Land nur elf. Haller stellt dazu fest: „Die sexuelle Gewalt ist gestiegen – und Asylwerber sind unter den Tatverdächtigen massiv überrepräsentiert.“

„Vormoderne“ Gesellschaften als Begründung

Begründet wurde dies seitens der „Experten“ einerseits durch Verrohung durch den Krieg und andererseits dadurch, dass die Männer aus „vormodernen“ Gesellschaften kämen. „Ein Mädel in Hotpants kommt bei ihnen oft als Einladung an“, so der Soziologe Kenan Güngör.

Das heißt, dass nur eine sittsam verhüllte Frau als „ehrbar“ gilt. Empfohlen wird, dass daher neben Werte- und Orientierungskursen auch Ergänzungen in Sexualpädagogik folgen sollten. Ebenso sei Engagement der Zivilgesellschaft gefragt.