Eine Shoppingtour schüttet kurzfristig Glücksgefühle aus, macht aber auf Dauer auch nicht glücklich.

Einkaufszentren sind mir ein echter Graus. Schon bei dem Wort bekomme ich Schnappatmung und Stresssymptome. Vor kurzem musste ich jedoch gezwungener Maßen in eine solche Konsumhölle.

Blickpunkt von Elsa Mittmannsgruber


Menschenmassen

Es war ein wunderschöner Frühlingstag und bei der Hinfahrt tröstete ich mich schon mit dem Gedanken, dass mir bei so einem Wetter wenigstens die einkaufswütigen Menschenmassen erspart bleiben: Falsch gedacht… Es war, als würden alle Geschäfte ihre Waren verschenken.

Von links, von rechts, von vorne, von hinten hetzten die Schnäppchenjäger an mir vorbei und dem Ladenschluss entgegen. Es beschweren sich doch immer alle, dass sie zu wenig Geld haben? Aber man darf sich doch mal was gönnen! Zumindest ein 5-Euro-Shirt bei „Primark“ geht immer! Irgendwas braucht man einfach, um sich besser zu fühlen. Schließlich arbeitet man von früh bis spät, da muss man sich auch mal belohnen dürfen.

„Lustiger“ Teufelskreis

Nur ist das ein recht lustiger Teufelskreis: Man arbeitet, um Geld zu verdienen, um dieses dann wieder auszugeben, weil man sich belohnen will für die geleistete Arbeit. Und die Werbeindustrie spielt wunderbar damit.

Beim Einkaufen schütten wir Glückshormone aus, das Belohnungszentrum im Gehirn wird aktiviert – ähnlich wie beim Sex oder auch beim Sport. Wären also Zweisamkeit, Zärtlichkeit und Bewegung in der frischen Luft eine bessere Alternative? Diese Entscheidung sei jedem selbst überlassen.