Donald Trump spricht auf Twitter von einem "Riesigen Erfolg". Ganz unrecht hat er damit, trotz der Freudenstimmung bei den Demokraten, nicht

Bei den Halbzeitwahlen in den USA mussten Donald Trumps Republikaner den Verlust der Mehrheit im Repräsentantenhaus hinnehmen. Die Kontrolle im Senat, der zweiten Kammer des Parlaments, konnte aber sogar noch ausgebaut werden. Mit dieser Mehrheit im Senat kann Donald Trump das Repräsentantenhaus somit noch immer umgehen und seine Pläne zur Not per Dekret durchsetzen.

Eine Analyse von Rene Rabeder

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Jubel ist kaum angebracht

In linken Mainstream-Medien auf beiden Seiten des Atlantiks herrscht große Freudenstimmung. „Niederlage für Trump“ – oder gar „Ohrfeige für Trumps Politik“ wird da getitelt. Nüchtern betrachtet ist der Verlust des Repräsentantenhauses zwar natürlich als Sieg für die Demokraten zu werten, so einfach, wie es sich viele Journalisten machen, ist es aber nicht.

30-40 Sitze hat die „GOP“ (die Grand Old Party) an die Demokraten verloren. Trump liegt damit absolut im Durchschnitt. Die Partei eines Präsidenten in erster Amtszeit verliert nämlich im historischen Schnitt genau 30 Sitze. Die größte Niederlage bei seinen ersten Halbzeitwahlen musste mit einem Minus von 63 Sitzen im Repräsentantenhaus übrigens Barack Obama hinnehmen.

Historische Nacht für den Präsidenten

Von einer „Ohrfeige für Trumps Politik“ zu sprechen, ist bei genauerem Hinschauen auch aus einem anderen Grund nicht angebracht. Die erfolgreichen Kandidaten der Demokraten in den „Border-States“ – also den Staaten mit einer Außengrenze – weisen allesamt vor allem in der Frage illegaler Einwanderer einen teilweise sogar noch härteren Kurs vor, als der des Präsidenten.

Der Zugewinn an Sitzen, den die Republikaner im Senat erringen konnte, findet sich in vielen „Jubelmeldungen“ nur in einem Nebensatz. Was dabei aber nicht untergehen sollte, ist, dass es erst zum fünften Mal in der Geschichte der USA passierte, dass die Partei des Präsidenten bei den ersten „Mid-Terms“ die Mehrheit im Senat ausbauen konnte. Alleine aus dieser Sicht muss man von einer „historischen Nacht“ für Donald Trump sprechen.