Die Verschwörungstheoretiker-Keule macht auch vor Promis nicht halt. Gerade durch die Corona-Maßnahmen tun immer mehr Prominente in Deutschland ihre Meinung kund. Zum Leidwesen der Regierung und ihrer gefälligen Medien. Sie diffamieren, bedrohen und belästigen die Stars heftig, damit sie ihre Aussagen zurücknehmen. Denn sie hätten eine „Verantwortung gegenüber ihren Fans und brächten sie damit in Gefahr, wenn sie derartige Unwahrheiten verbreiteten, sie aufhetzten und zu unvernünftigen Handlungen verleiteten, wie beispielsweise eine Corona-Demo zu besuchen“. Unwahrheiten, versteht sich, aus der Sicht des Mainstreams. Manche der Promis lassen sich einschüchtern. Andere wiederum schießen mit wahrlich abstrusen Theorien übers Ziel hinaus. Und wieder andere bewahren einen kühlen Kopf und wollen ihre Verantwortung als „Influencer“ als Gegenpol zur Massenmeinung wahrnehmen.

Ein Bericht von Elsa Mittmannsgruber

Attila Hildmann:

Der vegane Koch geht buchstäblich auf die Barrikaden, mischt sich unter die Corona-Demonstranten und macht seinem Unmut wegen der Virus-Maßnahmen auf der Straße und in den sozialen Medien Luft.

Das neue deutsche Infektionsschutzgesetz, das am 15. Mai in Kraft trat, sei ein „Ermächtigungsgesetz“ und „Hochverrat am deutschen Volk“. Er sieht uns bereits „mitten im Faschismus und in der Diktatur“.

Bill Gates, die WHO und die Pharmalobby mischen an vorderster Front mit und bereichern sich an der Corona-Diktatur. Hildmann hat sich wie Xavier Naidoo bewusst ins Abseits befördert und verliert sich dabei aber auch in echt wirren Theorien. In sein Leben als gefeierter Starkoch kann er sicherlich nicht mehr zurückkehren.

Sido:

In einem Video-Interview (der „Wochenblick“ berichtete) äußert sich der bekannte Rüpel-Rapper zu Pädophilie-Netzwerken in Deutschland, zu Massenmedien, den Rothschilds und verteidigt Xavier Naidoo.

„Er sei zu tief drin“, gegen die Macht der Medien habe er keine Chance. Denn diese seien alle unterwandert und von reichen Typen gesteuert, die ihre Interessen schützen wollen. Demnach würden wir alternative Medien brauchen.

Nach heftigen Reaktionen von Journalisten, die ihm auf seinem Grundstück auflauerten, stellt Sido jedoch klar: Er sei kein Verschwörungstheoretiker und habe mit „Attila Hildmanns und wie die alle heißen“ nichts zu tun. Die seien gefährlich.

Detlef D! Soost:

Der Tanzcoach gab vor einem Jahr dem Aufdecker Ken Jebsen ein Interview und spricht ihm positive Ansätze zu. In sozialen Netzwerken teilte Soost seine Sorgen rund um die Corona-Impfpflicht und sieht die Demokratie und unsere Grundrechte in Gefahr.

Nun wird auch er vom Mainstream als „Verschwörungstheoretiker“ gelistet. Ihm folgen auf Facebook und Instagram rund 200.000 Menschen.

Xavier Naidoo:

Einer der wohl bekanntesten und aktivsten sogenannten „Verschwörungstheoretiker“ ist der Sänger Xavier Naidoo. Anfang 2020 wurde er von RTL aus der „Deutschland sucht den Superstar“-Jury geworfen, weil er sich zum maroden Zustand Deutschlands und dessen Flüchtlingspolitik äußerte.

Davon lässt er sich aber nicht einschüchtern. Er spricht sich gegen die Massenmigration und die damit einhergehende Kriminalität aus, spricht von einem von den USA geknechteten Deutschland, zweifelt die Existenz des Corona-Virus an und sieht unsere Freiheit in Gefahr.

Vom Mainstream wird er nur noch als Spinner dargestellt, füttert dieses Image aber auch mit teils sehr fragwürdigen Äußerungen. Knapp zwei Mio. Menschen folgen ihm auf Facebook, Instagram und Telegram. Zudem gibt es Solidaritätsgruppen für Naidoo.

Til Schweiger:

Der Schauspieler verteidigte Xavier Naidoo, zählt sich selbst zum „Team Xavier“ und wird seitdem ebenso als „Verschwörungstheoretiker“ in den Massenmedien geführt. Er kritisierte jüngst die Corona-Maßnahmen, meinte, dass uns der Lockdown mehr geschadet als genützt hat.

Auf seinem Instagram-Account teilte er ein Video des Arztes Bodo Schiffmann, der mit seiner Partei „Widerstand2020“ gegen die Corona-Maßnahmen protestiert und machte sich mit mehreren Postings über das Robert-Koch-Ins­titut lustig. Auf Facebook und Instagram folgen ihm zusammen knapp 1,7 Millionen Menschen.

Hans Söllner:

Sogar der bayerische Liedermacher Hans Söllner, der sich sonst immer gegen „Rechts“ starkmachte, wird jetzt als Verschwörungstheoretiker bezeichnet. Corona macht’s möglich.

Denn auch er kritisierte die Maßnahmen und erntete dafür sogar eine Geldstrafe: Er rief auf Facebook dazu auf, trotz Verbots die Verwandten in den Krankenhäusern zu besuchen, da sie sich nicht im Stich gelassen fühlen sollen und man auch an Einsamkeit sterben könne. Söllner hält das für Schikane und als Weg der Regierung, zu Geld zu kommen.

Sonja Zietlow:

Die RTL-Moderatorin kritisierte auf Facebook immer wieder die Corona-Maßnahmen der Regierung. Sie sorgte sich um die Freiheitsrechte der Bürger und ist der Meinung, dass Existenzängste, Arbeitslosigkeit und Isolation genauso krank machen können wie SARS-CoV-2.

Zudem teilte sie auf ihrem Facebook-Kanal eine Liste mit Ärzten und Wissenschaftern, die zu Unrecht als Verschwörungstheoretiker gelten. Darunter befand sich auch Bodo Schiffmann.

Daraufhin kam sie nicht aus den Schlagzeilen und wird seither als Verschwörungstheoretikerin bezeichnet. Von ihren Facebook-Followern wurde sie für ihren Mut gefeiert, aber auch beschimpft und bedroht. Aufgrund der Wucht an Hass sah sie sich gezwungen, ihre Social-Media-Accounts zu löschen.