Auch Tage nach dem Eklat um ein Flugbanner bei einem britischen Fußballspiel hört die Hetzjagd gegen die Aktion, seinen Urheber und dessen Umfeld nicht auf.

Ein Engländer hatte wenige Tage nach der mutmaßlich islamistischen Terrorattacke in Reading veranlasst, dass während der Premier-League-Partie zwischen dem FC Burnley und dem Tabellenzweiten Manchester City ein Flugzeug ein Spruchband präsentiert. Die Aufschrift lautete „White Lives Matter – Burnley“. Mehr brauchte es nicht – denn diverse Akteure wie der Burnley-Mannschaftskapitän distanzierten sich – Wochenblick berichtete.

Folgenschwerer ZDF-Übersetzungsfehler

Deutschsprachige Medien hatten die offenbar völlig legale Aktion von Beginn an als angeblichen „Rassismus-Skandal“ geframed. Das öffentlich-rechtliche ZDF legte dabei sogar noch eine Schippe drauf. Es übersetzte den Spruch des Banners fälschlicherweise überhaupt als „NUR weiße Leben zählen“. Ein sprachlich korrespondierendes „only“ kommt aber tatsächlich gar nicht vor.

Nachdem sich das Internet über diese falsche Übersetzung ärgerte und dem ZDF eine Täuschungsabsicht unterstellte, reagierte der Sender auf einer Korrekturseite und stellte die Botschaft richtig. Auch die Tonspur des Beitrages in der Mediathek wurde nachträglich korrigiert – und immerhin mit einem Korrekturhinweis versehen. Diverse Mitschnitte des Originalbeitrages kursieren aber weiterhin in sozialen Medien.

Obwohl kein Rassist: Verantwortlicher gefeuert

Für den laut eigenen Aussagen verantwortlichen Jake Hepple endete seine provokante Aktion unterdessen in dienstrechtlichen Konsequenzen. Wie Sky News berichtet, feuerte ihn sein Arbeitgeber, weil er angeblich damit gegen firmeninterne Vorschriften verstoßen habe. Dabei widersprach er sogar der Darstellung, dass er ein Rassist sei.

Tatsächlich, so Hepple der Jungen Freiheit zufolge, habe er „viele schwarze und asiatische Freunde“. Er habe damit nicht versucht, die „Black Lives Matter“-Bewegung oder überhaupt Schwarze zu beleidigen. Er habe deren Wirken aber als Inspiration genommen, um ein Zeichen zu setzen, dass auch weiße Leben eine Rolle spielen würden.

Sippenhaft: Auch seine Freundin verlor Beschäftigung

Dem aber nicht genug: Denn auch seine Lebensgefährtin verlor wegen der Aktion ihres Freundes ihre Beschäftigung bei einer medizinischen Fußpflege-Einrichtung. Die offizielle Begründung dafür war freilich eine andere: Sie habe rund um die Aktion auch selbst vermeintlich „ekelhafte, rassistische Tweets“ abgesetzt. Nutzer in sozialen Medien hatten zuvor ihren Arbeitgeber ausfindig gemacht.

Sogar ausfliegendes Flugunternehmen im Visier

Und als wäre dies noch nicht genug, soll es auch Konsequenzen für die Firma „Air Ads“ geben, deren Flugzeug das Banner ausflog. Obwohl das Unternehmen den Inhalt der Botschaft gar nicht teilt, sieht es sich im Kreuzfeuer. Der Flughafen Blackpool, der bisher als Basis diente, verbot mittlerweile alle Banner-Ausflüge – für das Unternehmen de facto eine Verunmöglichung seiner wirtschaftlichen Grundlage.