Bei der SPÖ will einfach kein Ruhe einkehren. Anfang der Woche war Luca Kaiser, Sohn des Kärntner Landeshauptmannes Peter Kaiser und so wie sein Vater SPÖ-Politiker, von der Kärntner SP für den sechsten Listenplatz der EU-Wahl nominiert worden…

Nur drei Tage später sieht sich der 24-jährige Kaiser Junior bereits mit ersten Rücktrittsaufforderungen konfrontiert.

Werbung

FPÖ fordert ein Machtwort

In einem skandalösen „Tweet“ verunglimpfte der junge Politiker Österreich bereits im Jänner dieses Jahres als „Nazion mit einem scheiß Innenminister“.

Die FPÖ will diese Beschimpfung nicht auf sich sitzen lassen. Generalsekretär Christian Hafenecker forderte die designierte SPÖ-Parteichefin Pamela Rendi-Wagner auf, ein Machtwort zu sprechen und ihren Kärntner Spitzenkandidaten für Brüssel „zum sofortigen Rücktritt“ zu bewegen.

Mit diesem Tweet sorgt der Sohn des Kärntner Landeshauptmanns für Aufregung.

Auch VP fordert Konsequenzen

„Österreich als ,Nazion‘ generell zu beschimpfen und seine Wählerinnen und Wähler als Verbrecher darzustellen, ist eine inakzeptable Grenzüberschreitung. Herr Kaiser hat hier sofort die Konsequenzen für seine Heimatbeschimpfung zu tragen und als Spitzenkandidat zurückzutreten“, so Hafenecker.

In dieselbe Kerbe schlug auch ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer, der am Donnerstag meinte: „Derartige Entgleisungen von einem möglichen künftigen EU-Abgeordneten sind mehr als erschreckend. Wer so über dieses Land denkt, sollte sich überlegen, ob er Österreich tatsächlich in Europa repräsentieren möchte und kann. Rendi-Wagner ist in der Verantwortung, Grenzen aufzuzeigen und ihre Kandidaten in den Griff zu bekommen.

Kaiser entschuldigte sich bereits

Für seine Entgleisung in dem Sozialen Netzwerk entschuldigte sich Kaiser indes per Aussendung mit den Worten: “ Ja, die Wortwahl war aus einem emotionalen Moment heraus überspitzt und geht zu weit. Daher nehme ich sie auch in der Form zurück. Es war niemals meine Absicht, wie es mir jetzt fälschlicherweise zu unterstellen versucht wird, Österreich und oder seine Bevölkerung zu beleidigen.

Er betonte aber auch weiterhin, seine harten Worte bezüglich in Richtung des freiheitlichen Innenministers nicht zurücknehmen zu wollen. Ganz in Gegenteil: „Dass wir mit Herbert Kickl den gefährlichsten Innenminister der zweiten Republik haben, dabei bleibe ich!“, so Kaiser weiter.

Passende rote Randnotiz

SPÖ-Frauenchefin Gabriele Heinisch-Hosek verkündete heute, nicht bis 2019 mit gesetzlichen Maßnahmen gegen „Hass im Netz“ warten zu wollen. Sie übermittelte daher an alle Fraktionen einen Entschließungsantrag. Darin wird Justizminister Josef Moser (ÖVP) aufgefordert, so rasch wie möglich ein Gesetz auszuarbeiten und dem Nationalrat zuzuleiten.